Der Roman führt in eine Welt individueller Endzeiten, wo Lina Engels mit ihrem Pflegedienst die letzten Bande knüpft, gesund und am Leben hält. Sie kämpft einfallsreich und beherzt um ihre Klientinnen und Klienten, um deren Stoffwechsel – die elementaren Prozesse ihres Lebens –, um deren Lebensmut und Würde. Lina ist mit ihrem Team von Engels Pflege erfolgreich, doch ihre Arbeit hat einen hohen Preis: Ihr Betrieb ist feindlichen Übernahmeversuchen ausgesetzt, Hackerangriffen und Abwerbungen – und sie selbst gerät dabei immer tiefer in eine psychische Krise: Burnout. Ihr Weg zurück zu sich selbst scheint unendlich schwer – und sie würde Pflege neu erfinden müssen: Vielleicht mit einem Konzept wie Aurora, das den Menschen Lebensfreude und Selbstbestimmung über ihre letzten Tage wiedergeben soll. Im Berlin der Jahre 2015–2016 folgen wir dem Weg von Lina Engels. Sie wird begleitet von ihrer Freundin Alma Berman, einer klinischen Psychologin, von ihrem neuen Kollegen Paule Jecker, dem Juristen Werner Wohlgenannt und ihrem Team engagierter Pflegerinnen und Pfleger – und einem imaginierten Papagei. Dabei begegnet sie einer schier unerschöpflichen und faszinierenden Vielfalt von Schicksalen, Lebensfäden, Persönlichkeiten und Schwierigkeiten, Menschen verschiedenster Herkunft und Lebenskraft – immer neuen, wechselnden Stoffen.
Michael Reicherts Volgorde van de boeken (chronologisch)



In seinen Erzählungen führt uns Michael Reicherts in Labyrinthe des Liebens und Verlierens, der Sehnsüchte und der Suche nach dem anderen. Wir erfahren von den Überraschungen und der Endlichkeit unserer Begegnungen – und des Lebens. Wir lesen vom Verirren in einer Körperlandschaft, einem Doppelleben in Erinnerungen, vom Kampf eines Jungen an der Seite seines Ameisenvolks, von einer Höhenwanderung in die Vergangenheit, prall von ungelebtem Leben – oder von einer Liebe über den Tod… Die Erzählungen sind wie ein Versuchsraum, in dem emotionale und soziale Extremsituationen erkundet, mögliche Antworten erprobt und in eine sprachliche Gestalt übersetzt werden. Sie sind psychologischer Genauigkeit verpflichtet und ihre emotionale Intensität ist wie eine Operation am offenen Herzen.
Okumenische Studienhefte: Systeme spielen
Selbstorganisation und Kompetenzentwicklung in sozialen Systemen
- 250bladzijden
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Systeme spielen ist eine semantische Kippfigur: Zum einen illustrieren konkrete Beispiele aus der Praxis, wie komplexe soziale Systeme mit ihren Glasperlenspielen der Kommunikation ihre eigene Struktur und Ordnung hervorbringen. Zum anderen ist ein neues Spiel gemeint: Systemspielen. Aufgrund systemtheoretischer Überlegungen wurde die klassische Planspielmethode variiert – das Systemspiel war geboren. Diese Spielmethode dient Forschung und Praxis; so werden beide Seiten beleuchtet. Die modernen Systemtheorien gelten bei Praktikern gemeinhin als schwer verdauliche akademische Kost aufgrund des häufig hohen Abstraktionsgrads und ihres naturwissenschaftlichen Gehalts. Mit vielen Analogien, Praxisbeispielen und Bildern bereiten die Autoren die grundlegenden systemtheoretischen Konzepte schmackhaft zu. Ausführlich wird die Entwicklung und Durchführung des psychosozialen Spielszenarios vorgestellt; was zwischen »Klienten« und »professionellen Helfern« in einem Systemspiel abläuft, wird anhand der Auswertungsergebnisse erläutert. Viele geraten in der täglichen beruflichen Praxis in den Umgang mit komplexen Systemen. Auch wenn hier keine Verhaltensrezepte gegeben werden können und sollen, so ergeben sich doch Handlungsempfehlungen aus der Theorie dynamischer Systeme. Dabei werden die persönlichen Gestaltungsspielräume in Prozessen sozialer Ordnungsbildung verdeutlicht.