Phantastik und Groteske in den Zeichnungen Lodovico Ottavio Burnacinis00Im OEuvre Lodovico Ottavio Burnacinis (1636?1707) im Bestand des Theatermuseums in Wien sind ca. 125 Zeichnungen den Themen Groteske und Comoedie zuzuordnen. Kuriose Figuren, minutiöse Studien nicht ebenmäßiger Gesichter und szenische ?Wimmelbilder? treffen auf Maskenfiguren der Commedia all?improvviso. Geprägt von leuchtenden Farben und lustvoller Veränderung ?natürlicher? Proportionen, zeugen sie von einem Menschenbild, in dem die Grenzen zwischen dem Pflanzlichen, Tierischen, Mechanischen und Humanen verschwimmen. In dieser Konfusion erzeugt die Unheimlichkeit des Un- oder Andersförmigen das Lachen.0Die Wiederentdeckung der ikonografisch bemerkenswerten Blätter Burnacinis regte zu einer multidisziplinären Auseinandersetzung mit dem Thema der Groteske und ihrer Rezeption an. Die drei Abschnitte dieses Bandes befassen sich mit den Vorbildern Burnacinis und der zeitgenössischen Ikonografie des Grotesken, mit grotesken Praktiken in Literatur, Theater und Film bis in die Gegenwart sowie mit der Groteske als ästhetischer Kategorie
Rudi Risatti Volgorde van de boeken (chronologisch)


Ausstellung und Begleitband widmen sich anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Theatermuseums im Palais Lobkowitz dem Thema der barocken Feste bzw. der Festkultur am kaiserlichen Hof im 17. und 18. Jahrhundert und zeigen u. a. aus konservatorischen Gründen nur sehr selten präsentierte prachtvolle Grafiken und Zeichnungen, die zu den wertvollsten Beständen des Theatermuseums gehören. Erfindungsreiche Künstler wie Lodovico Ottavio Burnacini, Antonio Daniele Bertoli oder die Mitglieder der Familie Galli Bibiena schufen u. a. Entwürfe für Ausstattungen und Bühnenbilder, die bis heute unübertroffen sind. Das Theatermuseum besitzt zahlreiche Arbeiten dieser Meister der Illusion und präsentiert viele davon nun zum ersten Mal in einer Ausstellung; ergänzt wird dies u. a. durch Kostüme, Kulissen und Requisiten aus anderen Sammlungen. Der vorliegende Katalog versammelt dazu nun zahlreiche wissenschaftliche Beiträge und Objektbeschreibungen und stellt das Thema dabei in einen weiteren Kontext, der mit Blick auf Italien und Frankreich auch die europäische Festkultur insgesamt beleuchtet und mit Themen wie Musik oder Ballett den Bogen noch weiter spannt.