Von 1995 bis zum Aufstieg von Energie Cottbus im Jahr 2000 segelte unsere Kogge alleine durch deutsche Gewässer. Sprüche und Aufkleber wie "Wir kommen aus dem Osten und leben auf eure Kosten" prägten die Zeit. Hansa Rostock war für viele Fans aus der ehemaligen DDR und darüber hinaus ein Sympathieträger und zeitweise der beliebteste Verein Deutschlands, nur knapp hinter Bayern. Während andere Oberligavereine in den unteren Ligen verschwanden, blieb Hansa zehn Jahre in der Bundesliga. Fans aus Plauen, Gera oder Weißwasser reisten regelmäßig ins Ostseestadion, und bei Auswärtsspielen war der Gästeblock oft mit vielen "Heimatvertriebenen" gefüllt. Hansa war für viele mehr als nur ein Hobby; als einzige Mannschaft aus dem Osten war sie ein Mutmacher im grauen Alltag der Arbeitslosigkeit. Siege gegen den übermächtigen FC Bayern wurden als Klassenkampf wahrgenommen und stärkten das Selbstbewusstsein der benachteiligten Bürger. Für all jene, die diese Zeit aufleben lassen oder mehr darüber erfahren möchten, wurden Berichte für die Fanzeitschrift "Fankogge" zusammengefasst. Erlebt, warum ein Hansatrainer in Remscheid auf einen Hansafan einprügeln wollte, und begleitet uns zu Auswärtsspielen nach Dresden und Leipzig. Am Ende geht es sogar nach Kuba, wo Ernest Hemingway den Klassenerhalt in Bochum 1999 feierte.
Heiko Neubert Volgorde van de boeken (chronologisch)
