Die neuen Biedermenschen
Von der 68er-Rebellion zum linksliberalen Establishment






Von der 68er-Rebellion zum linksliberalen Establishment
Auf der Suche nach den verlorenen Möglichkeiten von Literatur, Veränderung und Befreiung
„Ausgeschrieben“ zeigt, wie sich aus Sätzen zweier Menschen etwas Drittes abzeichnet: Wörter rollen in den Raum und es wird egal, wer sie gesagt hat; sie vermischen sich und bilden etwas Gemeinsames, das keinem mehr gehört. Dennoch, Sprachlosigkeit droht. Karl Kollmann beobachtet seit vierzig Jahren wie sich Schreiben als Waffe gegen das Neu-Biedermeiertum der mitteleuropäischen Nachkriegskultur entwickelt hat und wie Autoren damit umgehen. Umgehen wollen und umgehen müssen. Allen gemeinsam ist die Unzufriedenheit mit der herrschenden Kultur, dem System und den Anpassungszwängen an eine kapitalistisch verfasste Gesellschaft, die mittlerweile das soziale Leben und die Psyche umfassend durchökonomisiert und Autonomie unmöglich gemacht hat. Dabei wird das ganze Unglück durch die Sprache dieser Gesellschaft zusammengehalten. Warum schreibt einer, wenn er weiß, dass er damit nichts Wesentliches verändert? Warum Schreiben, „wenn das Leben nur ein Heimweg ist“ (Wondratschek), allerdings ein grausamer Heimweg? Dazu kommt, dass Schreiben den Tod nicht besser macht, ihn nicht wegschreiben kann, er bleibt der Skandal des Lebens und Denkens schlechthin. Man schafft es nicht, dem auch nur einigermaßen Herr zu werden. Eine Befriedung gibt es nicht mehr.
Hat doch immer auch mit Sprache und mit Schrift zu tun
Werbung ist ein Teil unserer Alltagskultur. Ob wir das Radio aufdrehen oder den Fernseher einschalten, Zeitungen und Zeitschriften durchblättern, im Kino sitzen, im Netz surfen oder auch nur durch die Stadt bummeln, überall begegnet uns Werbung in ihren unterschiedlichsten Formen. Das Bild der modernen Werbung wird nicht nur durch neue Gestaltungsspielräume wie Internet, Kabel- und Satelittenfernsehen geprägt, sondern auch durch eine veränderte Wertedynamik der Konsumenten (z. Bsp. Umwelterhaltung, Sicherung von Lebensqualität). Eine vorurteilsfreie Einstellung zur Werbung setzt voraus, sich den Werbevorgängen und ihren Wirkunsmechanismen mit konstruktiver Kritik zu stellen. Aus dem Inhalt: Rolle und Funktion der Werbung in der Gesellschaft und die Aufbereitung dieses Themenkomplexes in der Institution Schule. Werbung und Ästhetik: MitarbeiterInnen bedeutender Werbeagenturen berichten darüber, wie Werbung entsteht, welche Qualität Werbetexte haben sollen, welches Anforderungsprofil an einen Werbetexter gestellt wird ect. Verbales und Nonverbales in der Werbung: Die Darstellung sowohl spezifischer sprachlicher Aspekte als auch nonverbale Elemente der Werbung anhand bestimmter Medien (Printmedien, audio-visuelle Medien). Der Abschnitt Werbung und Schule/Universität soll zeigen, daß dieser Themenbereich unmittelbar an die Erfahrungswelt der SchülerInnen und StudentInnen anknüpft.
Mit diesem Buch liegt der Leitband der von den Herausgeberinnen und Herausgebern begründeten Reihe „Kritische Verbraucherforschung“ vor, der zum Diskurs über bisher weniger reflektierte Ansätze aus verschiedenen disziplinären Perspektiven und abseits des Markt-Kauf-Paradigmas einlädt. Die zunehmende Marktorientierung verändert unsere Gesellschaft: Sie macht erstens Menschen einseitig marktabhängig, führt zweitens aufgrund des ökonomischen Wachstumsparadigmas dazu, dass alle Lebensbereiche nach dieser Logik funktionieren, und scheint so drittens die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu beschleunigen.
Geschichte, Baugeschichte, die Besitzer, Sagen und Erzählungen