»Nein, diese Dinger gibt’s schon lange nicht mehr in Wien.« Diese Antwort könnte man erwarten, wenn man nach der nächstgelegenen Personenwaage fragt. Doch weit gefehlt! Über 100 Waagen, die erste 1887 aufgestellt, stehen an Straßenbahnhaltestellen, Verkehrsknotenpunkten und in Parks der Stadt. Robert Musils Satz, dass nichts »unsichtbarer wäre wie Denkmäler«, trifft auch auf diese Waagen zu, die wie fremde Totems wirken. Im Vorwort zu einem Online-Projekt der schule für dichtung, geleitet von Rosa Pock, wird auf die umfassende Fotoserie von Andreas Urban hingewiesen. Studierende wurden eingeladen, die Geschichten in diesen Fotografien zu erkunden und poetische Texte daraus zu entwickeln. Ergänzt werden diese Texte durch Beiträge renommierter Schriftsteller, die der Schule als Lehrende zur Verfügung stehen, darunter FALKNER, Antonio Fian, Bodo Hell und viele andere. Die einst häufig genutzten, aber heute kaum mehr beachteten Waagen, deren Funktion durch Badezimmer-Waagen in den privaten Raum verlagert wurde, werden irgendwann verschwinden. Dieser Text-Bild-Band möchte die Poesie und das Erbe von »Wiens eigenartigstem Stadtmöbel« festhalten, bevor es zu spät ist.
Andreas Urban Boeken




Traumfrauen
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Stadtbilder - Hannovers Moderne 1900 - 1939
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Die Publikation führt im ersten Teil den Wandel des Stadtbildes zwischen Tradition und Moderne vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs anhand anschaulicher Fotografien, Gemälde, Drucke, Postkarten und Souvenirs vor Augen. Das alte, überlieferte Stadtbild steht dabei in einer spannungsvollen Beziehung zu den Neubauten und technischen Innovationen, die dynamischen Veränderungen Hannovers dieser Zeit kennzeichnen. Zu den Besonderheiten dieses Ausstellungsteils gehören fotografische Serien, aufgenommen vom Turm der Gartenkirche 1904 und vom Lindener Berg um 1926, die den Ausstellungsbesuchern einen panoramaartigen Überblick über die Stadt und ihr Umland vermitteln. Exhibition: Historischen Museum, Hannover (21.9.2011-26.2.2012)
Realitätsverlust und suizidale Drift
Corona, Ukraine-Krieg und die Krise des Westens
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Corona-Krise und Ukraine-Krieg sowie deren konkrete Verläufe haben sich als Symptome einer tiefen Krise des Westens erwiesen. Besonders beeindruckend sind die unübersehbaren irrationalen und selbstzerstörerischen Tendenzen. Diese sind wiederum vermittelt bzw. werden wesentlich befördert durch einen auf allen Ebenen (politisch, medial, wissenschaftlich, militärisch etc.) um sich greifenden Realitätsverlust. In der Corona-Krise zeigte sich dies in der Dramatisierung einer grippeähnlichen Atemwegserkrankung zu einer „Jahrhundertseuche“ und einem „Killervirus“ sowie in der Installation eines hochgradig destruktiven Maßnahmenregimes. Im Ukraine-Krieg sind es u.a. die so wirkungslose wie selbstzerstörerische antirussische Sanktionspolitik und das beständige Eskalieren des Krieges bis an die Schwelle eines nuklearen Schlagabtauschs. Die sich seit 2020 enorm verschärfende Krise des Westens steht dabei nicht für sich allein, sondern ist eingebettet in eine umfassende, dynamisch voranschreitende fundamentale Krise des kapitalistischen Weltsystems insgesamt.