Die Verarbeitung von Migrationskrisen und schweren Traumatisierungen durch struktuelle und familiäre Gewalt bildet einen Schwerpunkt des Buches, genauso wie die Schicksale von migrierenden Kindern. Außerdem legt Kronsteiner die transgenerativen Aspekte der Migration dar mit den damit nicht bearbeiteten Affekten und Konflikten. Abschließend werden die Übertragungs-Gegenübertragungs-Beziehungen und -konflikte auf individueller und kollektiver Ebene analysiert. Das Buch bildet den praxisbezogenen Entwurf für einen kultur- und migrationsspezifischen Ansatz in der Psychotherapie, der den Nutzen von ethnologischem Wissen in der therapeutischen Arbeit sowohl mit Aufnehmenden als auch MigrantInnen darlegt.
Ruth Kronsteiner Boeken


Krieg und Folter im Asylverfahren
Eine psychotherapeutische und juristische Studie
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Im Leben von Flüchtlingen stellt erlittene Folter einen tiefgreifenden Einschnitt dar. Die während der Folter erfahrene Machtlosigkeit kann zu erheblichen psychischen Veränderungen führen, die das gewohnte Leben und die eigenen Werte in Frage stellen. Die Traumata, die durch Folter entstehen, wirken oft weit über die unmittelbaren, lebensbedrohlichen Ereignisse hinaus. Nach einer gefährlichen Flucht, die oft mit Gewalt verbunden ist, finden sich die Opfer in Österreich erneut in einer rechtlich unsicheren Lage. Diese Studie untersucht die Situation von Flüchtlingen im österreichischen Asylverfahren anhand von 14 Einzelfällen aus psychotherapeutischer und rechtswissenschaftlicher Perspektive. Der psychotherapeutische Fokus liegt auf den Auswirkungen des Asylverfahrens auf die Betroffenen sowie den Konsequenzen von Traumatisierung und Psychotherapie auf das Verfahren. Die rechtswissenschaftliche Perspektive behandelt die Identifizierung der Flüchtlinge als Gewaltopfer, das Dublin-Verfahren und die Glaubwürdigkeitsprüfung der Asylsuchenden. Zudem werden der Zugang zu medizinischer, psychologischer und psychotherapeutischer Betreuung in Österreich sowie die Rolle des Weltstrafrechts und des Weltzivilrechts erörtert.