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Oliver Eberl

    Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden und Auszüge aus der Rechtslehre
    Naturzustand und Barbarei
    • Naturzustand und Barbarei

      Begründung und Kritik staatlicher Ordnung im Zeichen des Kolonialismus

      Im Kontext des Denkmalsturzes ehemaliger Sklavenhalter werden westliche Konzepte auf ihren Beitrag zu Rassismus und Unterdrückung hin untersucht, insbesondere der Begriff „Barbarei“. Dieser Begriff, tief im europäischen Denken verwurzelt, beschreibt seit der Antike die Abwertung anderer Kulturen und ist eng mit dem Kolonialismus verknüpft. „Barbarei“ repräsentiert das „Andere“ westlicher Werte und wird oft verwendet, um moralisch verwerfliche Verbrechen zu verurteilen. Die politischen Verwendungsweisen basieren auf einer langen Geschichte theoretischer Konzepte. Trotz der Verbindung zwischen „Barbarei“ und Kolonialismus bleibt der Begriff in Alltag und Theorie präsent, wenn auch kritisch. Eberl untersucht die theoretische Entwicklung des Begriffs und zielt auf die Dekolonisierung der Politischen Theorie ab, die oft durch das Paar „Naturzustand und Barbarei“ geprägt ist. Im Kontext der neuzeitlichen Staatsgründung wurde „Barbarei“ als Vergangenheit europäischer Staaten betrachtet, wobei der Kolonialismus als Mittel zur Abwertung der Kolonisierten diente. Die Wende vom kolonialen zum kritischen Gebrauch des Begriffs sichert dessen theoretischen Stellenwert bis heute. Eberl zeigt auf, wie fatal es für die politische Theoriebildung ist, die Wirkungsgeschichte des Kolonialismus in kritischer Absicht fortzuschreiben, und betont, dass auch der Kolonialismus als Menschheitsverbrechen anerkannt werden muss.

      Naturzustand und Barbarei2021
    • Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden und Auszüge aus der Rechtslehre

      und Auszüge aus der Rechtslehre

      • 416bladzijden
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      Wenn heute über gerechte Kriegsgründe, die Friedfertigkeit von Demokratien, die Institutionen der globalen Ordnung, die Rechte von Fremden oder die Erblast des europäischen Kolonialismus gestritten wird, spielen Kants Argumente immer noch eine zentrale Rolle. Der Band bietet Kants klassischen Text Zum ewigen Frieden zusammen mit den Passagen zum Völkerrecht und Weltbürgerrecht aus Kants Rechtslehre. Der Kommentar zielt im Unterschied zu früheren Interpretationen darauf ab, eine einheitliche Perspektive auf beide Schriften zu gewinnen. Im Vordergrund steht die Rekonstruktion der Argumentation, eingebettet in eine Vergegenwärtigung des historischen Kontexts und eine Bestandsaufnahme der heutigen Diskussion um eine kosmopolitische Weltordnung.

      Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden und Auszüge aus der Rechtslehre2011