Jackson Pollocks »Convergence« von 1952 ist eines der bekanntesten »Drip-Paintings« des amerikanischen Malers und wurde 1964 erstmals als Puzzle veröffentlicht. Seitdem wurden mehrere 100.000 Exemplare verkauft, und es gilt als eines der schwierigsten Puzzles der Welt, obwohl es ursprünglich nur 340 Teile hatte. Heute wird es als 1000-Teile-Puzzle angeboten, was das Scheitern nahezu vorprogrammiert erscheinen lässt. Ein Selbstversuch zeigt die Herausforderungen: An guten Tagen findet man mehrere passende Teile, an schlechten jedoch gar keine, da das Motiv verworren und die Ausschnitte zusammenhanglos wirken. Ein Amazon-Rezensent warnt: »May lead to insanity in previously sane people; may bring sanity to previously insane people.« Möglicherweise hätte das Puzzle Pollock bei seinen psychischen Problemen geholfen, wahrscheinlicher ist jedoch, dass es Puzzler in den Wahnsinn treibt und sie mit dem Scheitern konfrontiert. Doch es schult das genaue Sehen, da nur durch den Vergleich der verschiedenen Ebenen der Reproduktion das Rätsel gelöst werden kann. Dieses »vergleichende Sehen« wird auch im Künstlerbuch von Volker Renner deutlich. Für »Reconstructing Jackson Pollock« hat er jedes Puzzle-Teil auf Leinwand fotografiert und in einer Serie angeordnet. Dadurch wird das Puzzle nicht nur zu einem Bild, sondern auch zu einer Metapher für die Fotografie, die stets einen Ausschnitt der Realität darstellt, deren Verhältnis zueinander weite
Volker Renner Boeken


Die Perser
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Die Perser ist das neueste Künstlerbuch von Volker Renner, das aus seiner Reise nach Iran hervorgeht. Es beginnt mit Aufnahmen von Teppichen, die Renner in Geschäften fand. Diese Teppiche zeigen nicht die erwarteten traditionellen Motive, sondern barocke Salonsituationen und surrealistische Landschaften, die in einem Katalog der Absurditäten miteinander verschmelzen. Renner präsentiert die Teppiche in Schwarz-Weiß, ähnlich alten Stichen, und vertieft damit das Wechselspiel zwischen Original und Fälschung, Kunst und Kitsch, Tradition und Gegenwart. Sein Blick wandert von den Wandteppichen in den privaten Innenraum, wo er weitere Formen der Simulation entdeckt, wie plastische Obststücke oder keramische Kaminholzscheite. Diese stilisiert er zu archäologischen Funden aus der Zeit der Perserkriege und schlägt so eine Brücke zum Außenraum. Dort wird sein Blick ins Leere gelenkt, denn im öffentlichen Raum ist alles reglementiert, auch das Fotografieren. Auf das Fotoverbot reagiert Renner mit versperrten Blicken und zeigt den scharfen Kontrast zwischen Innen und Außen, Wandbild und Wirklichkeit, Komödie und Tragödie.