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Eginald Schlattner

    13 september 1933
    Schattenspiele toter Mädchen
    „Gott weiß mich hier“. Radu Carp im Gespräch mit Eginald Schlattner. Aus dem Rumänischen übersetzt von Edith Konradt und überarbeitet von Eginald Schlattner.
    Rote Handschuhe
    Das Klavier im Nebel
    Der geköpfte Hahn
    Wasserzeichen
    • Wasserzeichen

      Ersonnene Chronik

      Von Nonnen und Narren, Ikonen und Namen – eine siebenbürgische Bilderwand, durchscheinend wie Wasserzeichen. Sigrid Löffler äußerte 2001 beim Poetenfest in Erlangen: „Offensichtlich ist die Geschichte der Siebenbürger Sachsen zu Ende. Aber dieses Ende ist in den Romanen von Eginald Schlatter exemplarisch aufgehoben, im Hegel’schen Sinne.“ Denis Scheck in einem Brief, Dezember 2016: „... nach dem, was ich von Eginald Schlattner kenne, darf man von Weltliteratur sprechen.“ Der Verfasser selbst befindet: „Meiner Seele Seligkeit hängt nicht von den Büchern ab. Sondern dass ich Pfarrer bin, als Erstes und als Letztes und manchmal durch und durch. Somit der Imperativ: Verlasse den Ort des Leidens nicht, sondern handle so, dass die Leiden den Ort verlassen.“

      Wasserzeichen
      4,0
    • Vom Heranwachsen in Zeiten des Krieges erfahren wir in diesem Roman, von einem Krieg, der gleichsam auf leisen Sohlen Einzug hält in den Alltag einer Kleinstadt am Fuße der Karpaten, wo das deutsche Bürgertum über Jahrhunderte mit Rumänen, Ungarn, Juden, Armeniern und Zigeunern zusammenlebte. Eine große Entdeckung: Der fünfundsechzigjährige Eginald Schlattner holt mit seinem grandiosen Roman Siebenbürgen, einen blinden Winkel europäischer Geschichte, aus der Vergessenheit. »Der Roman hält die Dinge in einer reizvollen Schwebe, an der Schwelle, im fließenden Zwielicht zwischen Leben und Tod.« Eva Leipprand, Süddeutsche Zeitung

      Der geköpfte Hahn
      4,1
    • Die Liebe in Zeiten von Vertreibung und Verbannung Durch die Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg hat die als »bourgeois« verfemte Familie des jungen Fabrikantensohns Clemens aus Schäßburg in Siebenbürgen alles verloren: Die herrschaftliche Villa mußte die Familie räumen, der Vater ist im Gefängnis, die Mutter verschollen. Clemens arbeitet als Schichtarbeiter in der Ziegelei und in der Porzellanfabrik, schlägt sich als Schäfer durch. Es gilt, in den absurden neuen Verhältnissen seinen Platz zu finden.

      Das Klavier im Nebel
      3,0
    • Rote Handschuhe

      • 601bladzijden
      • 22 uur lezen

      Verhaftet, verhört, verurteilt. »Ein ganz und gar ungewöhnliches Buch ... Kein in diesem Teil Rumäniens geschriebenes Buch hat bisher so offen und frei von Ressentiments die dortige Nachkriegsgeschichte dargestellt wie die beiden Romane Eginald Schlattners.« Nicole Henneberg in der ›Frankfurter Rundschau‹ Der Ich-Erzähler, Mitte Zwanzig, Student der Hydrologie an der Universität Klausenburg, gerät in die Fänge der rumänischen Staatsmacht. Er wird der Konspiration gegen das kommunistische Regime verdächtigt, Ende Dezember 1957 von der Securitate verhaftet, ins Gefängnis nach Kronstadt gebracht, monatelang verhört, unter Druck gesetzt, seelisch und körperlich mißhandelt und gefoltert. Ein verzweifelter Kampf um Integrität beginnt. Nach dem Debüt-Roman ›Der geköpfte Hahn‹ über seine Kindheit in Siebenbürgen zeichnet Eginald Schlattner im vorliegenden Roman die Tragödie eines jungen Menschen nach, der sich auf der falschen Seite wiederfindet. »Schlattner setzt sich mit dem eigenen Fall auf eine radikal schonungslose Weise auseinander ... sinnlich, bildhaft und deutlich zugleich, ein Meister der Charakterstudie, der bei allem bitteren Ernst einen Sinn fürs Komische und Merkwürdige, für das Ironische des Schicksals hat.« (Daniela Strigl im ›Standard‹)

      Rote Handschuhe
      3,6
    • Das Buch dokumentiert ein Interview mit Eginald Schlattner, das 2017 in Rumänien geführt wurde. Es thematisiert die heutige Bedeutung der Religion, die Beziehungen zwischen den Konfessionen und die Rolle der Sprache für den Fortbestand des Glaubens. Schlattner betont, dass seine Lehren auch nach dem Verschwinden der Siebenbürger Sachsen bestehen bleiben werden.

      „Gott weiß mich hier“. Radu Carp im Gespräch mit Eginald Schlattner. Aus dem Rumänischen übersetzt von Edith Konradt und überarbeitet von Eginald Schlattner.
    • In diesem Gedächtnisroman reflektiert der Autor über verlorene Menschen und die schmerzhaften Erinnerungen an sie. Er verbindet Biografie mit Fiktion und hinterfragt die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung. Eine scheinbar einfache Fahrt wird zum Symbol für den Verlust und das Verweben von Vergangenheit und Gegenwart.

      Schattenspiele toter Mädchen
    • Brunnentore

      Roman

      • 320bladzijden
      • 12 uur lezen

      Im äußersten Winkel des Obstgartens lag ein Wasserloch, das nie austrocknete. Der Großvater nannte es „blinden Brunnen“, der Vater „Tümpel“ und die Mutter „Weiher“. Für uns Buben war es das Brunnentor in rätselhafte Gründe. Mein kleiner Bruder hatte den Namen ausgebrütet. Der runde Teich war von Erlen und Eschen beschirmt und umrahmt von Dotterblumen, die angeblich vor Gespenstern schützten. Früheste Erinnerungen, geprägt von der kindlichen Neugier, stammen aus der Zeit, als ich noch nicht lesen konnte, aber bereits Ungarisch sprach. Diese Erinnerungen entblättern sich aus den zerfransten Bildern der Vergangenheit und sind überlagert von einer Zeit voller „Unordnung und frühem Leid“. Der Autor, Eginald Schlattner, verhandelt in diesem autofiktionalen Werk seine Kindheit in einer ungarisch geprägten Region Siebenbürgens. Er beschreibt das bunte Alltagsleben mit Eltern, Großfamilie und Freunden, sowie den Einfluss seines jüngeren Bruders Kurtfelix. Die kindliche Perspektive des Ich-Erzählers lässt historische Brüche und Umbrüche anders erscheinen, etwa die staatliche Zugehörigkeit Transsilvaniens oder den aufkommenden Nationalsozialismus. Die Handlung spielt in den späten 30er-Jahren und endet mit dem Wiener Schiedsspruch 1940, als die Familie nach Kronstadt zog. Dieses Werk schließt die letzte autofiktionale „Lücke“ in Schlattners literarischem Schaffen.

      Brunnentore
    • Mein Nachbar, der König

      verlassene Geschichten

      • 209bladzijden
      • 8 uur lezen

      Eine Vielzahl von Blättern, von Mäusen angenagt, nie auf- genommen in die literarische Biographie des Autors. Als im Sommer 2009 ein großer Koffer vom Pfarrhof in Rothberg/ Roşia in das nahe Hermannstadt/Sibiu gebracht wurde, konnte über dessen Inhalt allenfalls gemutmaßt werden. Im Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, wo die Dokumente aus dem Koffer in den Vorlass Eginald Schlattners eingepflegt werden sollten, erkannte man verblüfft, dass es sich um Manuskripte aus einer bis dahin praktisch un- bekannten Schaffensperiode Eginald Schlattners handelte. Eginald Schlattner ist heute vor allem als Romanautor be- kannt. Mein Nachbar, der König und Odem beinhalten eine Auswahl seiner früheren Erzählungen. Diese zeigen, welches bewegte Schicksal dem Autor und seiner Literatur zuteil gewor- den ist, welchen Einfluss Verlage und Lektorat hatten, wie Maß- regelungen das Schreiben behinderten und wie er versucht hat, sich in das literarische Leben seiner Zeit zurückzuschreiben. Es zeigt sich aber auch, dass es eine über zwanzig Jahre andau- ernde Zäsur in der schriftstellerischen Tätigkeit Schlattners gab. Eine Zeit des literarischen Schweigens bis in die 1990er Jahre hinein – bevor er der bekannte Romanautor mit dem markan- ten roten Schal wurde.

      Mein Nachbar, der König
    • Odem

      kritische Edition

      • 135bladzijden
      • 5 uur lezen

      Editorische Grundlage der vorliegenden Ausgabe ist das Manuskript von Eginald Schlattners Odem, das von Erika Constantinescu, Lektorin der deutschen Redaktion der ESPLA, im November 1957 korrigiert und mit Anmerkungen versehen wurde. Die Erzählung erschien nicht, weil der Autor einen Monat später von der Securitate verhaftet wurde. Größtmögliche Authentizität war das Ziel der Herausgeberin Michaela Nowotnick, die diese frühe Erzählung des siebenbürgischen Autors und Pfarrers entdeckt und bearbeitet hat. Der Leser sei gewarnt: Simple Lesbarkeit war nicht unbedingt eines der primären Ziele der Edition.

      Odem