Rainer Brunner Boeken
Deze auteur duikt diep in de geschiedenis en doctrine van het Twaalver Sjiisme en de soennitisch-sjiietische betrekkingen. Zijn werk richt zich op het begrijpen van de complexe theologische en historische stromingen binnen de islam. Door middel van zijn academische onderzoek biedt hij waardevolle inzichten in de evolutie van het islamitisch denken en de hedendaagse manifestaties ervan.




Die Schia und die Koranfälschung
2., ergänzte und aktualisierte Auflage
Die konfessionelle Polemik zwischen Sunniten und Schiiten ist fast so alt wie der Islam selbst, mit einer langen Liste von Streitpunkten. Besonders heikel ist der Vorwurf der Koranfälschung, den schiitische Theologen erheben. Sie behaupten, dass sunnitische Gelehrte, die die Textfragmente sammelten, alle Hinweise auf ʿAlī, den Schwiegersohn Muḥammads und ersten Imam der Schia, sowie auf die Familie des Propheten unterdrückt und damit das Wort Gottes verfälscht hätten. Diese Unterstellung war vor allem unter frühen Schiiten verbreitet, wurde jedoch ab der Mitte des 10. Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund gedrängt. Innnerschiitische Auseinandersetzungen über den Umgang mit heilsgeschichtlichen Quellen führten dazu, dass das Thema immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Im späten 19. Jahrhundert markierte der schiitische Gelehrte Ḥusain an-Nūrī aṭ-Ṭabrisī einen Wendepunkt, indem er alle ihm bekannten Fundstellen aus sunnitischen und schiitischen Quellen in einem Buch zusammenfasste. Obwohl er von der Mehrheit der schiitischen Geistlichkeit, die sich von seiner Tradition distanziert, stark angefeindet wird, legte sein Werk die Grundlage dafür, dass der Vorwurf der Koranfälschung im 20. Jahrhundert von sunnitischen Polemikern aufgegriffen wurde und heute einen zentralen Streitpunkt im Islam darstellt.
Zeitgenössische islamische Positionen zu Koexistenz und Gewalt
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In den letzten Jahrzehnten haben militante Islamisten Gewalt gegen Angehörige anderer Religionen und Muslime unter Berufung auf den Islam gerechtfertigt. Diese Argumentationen finden bei heutigen Muslimen nur begrenzten Anklang, doch die theologische und politische Auseinandersetzung mit diesen Begründungen ist noch weit von einem Konsens entfernt. Der von Tilman Seidensticker herausgegebene Band basiert auf der Fachkonferenz „Islamische Kontroversen zu Koexistenz und Gewalt“, die vom 18. bis 20. September 2008 am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald stattfand. Acht komplementäre Beiträge bieten Erklärungen zur Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer friedlichen Koexistenz von Muslimen und Angehörigen anderer Religionen aus verschiedenen Perspektiven. Im Fokus stehen sowohl gewaltbefürwortende als auch für friedliche Koexistenz eintretende Denker und Gruppierungen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verwendeten Begründungsmustern: Wie werden Koranverse, Prophetentraditionen und mittelalterliche Urteile ausgewählt und in Argumentationen integriert? Die Diskussionen werden bis in die jüngste Zeit verfolgt, um die Komplexität der Thematik zu beleuchten.