Eignet sich das Verfahren Rollenspiel als Methode der qualitativen Sozialforschung? Und wenn ja, welche Erkenntnisse können durch die Anwendung dieses Verfahrens gewonnen werden? Das Rollenspiel bietet die Möglichkeit, unbewußte und gruppendynamische Prozesse in ihrer Bedeutung für die Gestaltung und Ausprägung von Interaktionen zu erfassen. Es verhilft dazu, die rollenspezifischen Erfahrungen der Teilnehmenden mit dem Themenfeld in ihren charakteristischen Merkmalen auszudrücken. In einer themenbezogenen Ausdehnung der Erhebung eines Gegenstandes mittels Rollenspiel auf verschiedene soziale Gruppen können somit kollektive Erfahrungen, die das Alltagsbewußtsein formen, aufgenommen werden. Das Rollenspiel als Erhebungsmethode erweist sich hier als besonders effektiv in Verbindung mit der Auswertungsmethode der tiefenhermeneutischen Textinterpretation.
Iris Stahlke Boeken


Gewalt in Teenagerbeziehungen
Erlebnisperspektiven von Jugendlichen
In dieser empirischen Studie wird aufgezeigt, wie Teenager in ihren ersten Liebesbeziehungen den Beziehungsraum gestalten und wie es innerhalb dieser sozialen Interaktion zu Gewaltwiderfahrnissen kommen kann. Die Entstehung und Dynamik solcher Beziehungen werden aus der Perspektive der Teenager beschrieben und daraus resultierend Präventionsmaßnahmen, wie z. B. die Entwicklung und Durchführung von Unterrichtseinheiten für Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10, dargestellt. Im Rahmen einer sozialpsychologischen qualitativen Analyse von Expertinnen- und Experteninterviews aus verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe und der Polizei sowie der Schulsozialarbeit werden Eckpunkte einer nachhaltigen Präventionsarbeit formuliert.