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Guy Bois

    Umbruch im Jahr 1000
    Umbruch im Jahr 1000
    • Umbruch im Jahr 1000

      • 224bladzijden
      • 8 uur lezen

      Das Dorf Lournand in der Nähe des großen Klosters Cluny in Mittelfrankreich kann mit einer Besonderheit aufwarten: über seine frühe Geschichte gibt es reichhaltiges Quellenmaterial. Auf dieser Basis zeichnet der bekannte Mediävist Guy Bois die politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Frankreich vom ausgehenden 10. Jahrhundert bis zum frühen 11. Jahrhundert nach und entwirft ein völlig neues Bild des damaligen Umbruchs. Die "feudale Revolution" brachte das Aufblühen des Handels und der Städte, die Agrarexpansion sowie eine politische und geistige Neuordnung, die Grundlagen der modernen Welt wurden. §Ein spannender Blick vom Ende des Jahrtausends auf seinen "revolutionären" Beginn.§

      Umbruch im Jahr 1000
      4,0
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      Lournand bei Cluny - ein Dorf in Frankreich zwischen Spätantike und Feudalherrschaft

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      Im 10. Jahrhundert n.Chr. herrscht in Frankreich das Mittelalter, doch ein kleines Dorf in Burgund, Lournand, scheint noch in der Antike zu leben. Professor Guy Bois untersucht in seiner Monographie die Lebens- und Wirtschaftsformen der Dorfbewohner und kommt zu dem Schluss, dass das Mittelalter nicht vor dem Jahr 1000 begann. Bis weit ins 10. Jahrhundert existieren in Lournand antike Gesellschaftsstrukturen, vor allem in Form von Sklavenhaltung durch adlige Großgrundbesitzer. Gleichzeitig entwickelt sich jedoch die zukünftige Wirtschaftsform: die kleinbäuerliche Familie, die in der Dorfgemeinschaft arbeitet. Mit dem Zerfall politischer Strukturen und dem Aufkommen der Geldwirtschaft gerät diese Schicht in wirtschaftliche und rechtliche Abhängigkeit. Oft schenken sie ihr Land den Mönchen von Cluny, können es jedoch als Pächter bewirtschaften. Diese gravierenden Umwälzungen bezeichnet Bois als "feudale Revolution". Für ihn beginnt das Mittelalter erst mit diesem Umbruch, also etwa 500 Jahre später als in gängigen Geschichtsbüchern. Diese provokante These macht die Lektüre lohnenswert, auch wenn der Spagat zwischen Mikroanalyse und universeller Theorie nicht immer überzeugt. Fazit: Eine anspruchsvolle Lektüre für Geschichtsinteressierte und Fachleute, die bereit sind, ihre bisherigen Überzeugungen zu hinterfragen.

      Umbruch im Jahr 1000