Wolfgang Götz Boeken






In den letzten 20 Jahren hat das Thema Studienbeiträge in Deutschland eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Seit den 1990er-Jahren wurden Studiengebühren politisch diskutiert und nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts 2005 in einigen Bundesländern eingeführt. In jüngerer Zeit konnten jedoch die Gegner der Studienbeiträge deren Abschaffung durchsetzen. Obwohl das Thema derzeit nicht im Fokus der hochschulpolitischen Diskussionen steht, könnte es, ähnlich wie nach der Abschaffung in den 1970er-Jahren, in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen. Systematische Aufarbeitungen und Erkenntnisse sind daher wichtig für zukünftige Debatten. Die vorliegende Arbeit untersucht die verschiedenen Gestaltungsparameter von Studienbeitragssystemen und deren Auswirkungen. Sie zeigt, dass die tatsächlichen Effekte stark von den spezifischen Ausgestaltungen der Parameter abhängen, was durch empirische Erkenntnisse aus Bayern untermauert wird. Zudem wird die Einbindung in das Hochschulsystem betrachtet, wodurch der Zusammenhang zwischen Veränderungen im Hochschulsystem und den Auswirkungen von Studienbeiträgen deutlich wird. Dabei können sowohl verstärkende als auch sich gegenseitig aufhebende Effekte auftreten.