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Luigi Magnani

    29 januari 1906 – 15 november 1984
    Beethovens Neffe
    • Beethovens Beziehungen zu seinem eigensinnigen Neffen Karl haben Biografen und Musikwissenschaftler lange Zeit beschäftigt. Ein schöner, hedonistischer Junge wuchs im Schatten seines übermächtigen Onkels auf, teilweise in der schwulen, amoralen Welt seiner Mutter, hin- und hergerissen zwischen zwei Wertesystemen, zwei völlig gegensätzlichen Moralkodizes. Beethoven wünschte sich, dass er zu einem "idealen" Mann heranwächst, ernsthaft, edelmütig und in den Künsten versiert; Karl, bedrängt von den übertriebenen Hoffnungen seines Onkels, seiner absurden Einschätzung seiner Talente und vor allem von den Anforderungen an seine Aufmerksamkeit und Zuneigung, verbrachte einen Großteil seines Lebens damit, sich zu befreien. Doch als Beethoven starb, fühlte er, dass das Zentrum seines Lebens verschwunden war. Er war endlich frei, aber die Freiheit schien sinnlos und geschmacklos. Luigi Magnani, ein Beethoven-Experte und Musikwissenschaftler, hat die mögliche oder wahrscheinliche Geschichte ihrer Beziehung aus Karls Perspektive geschrieben. Das Leben in Wien in seiner ausschweifendsten Form (oder, aus einem wohlwollenderen Blickwinkel, in seiner romantischsten) bietet einen lebendigen Hintergrund für ihre Beziehung. Eine Szenerie von Maskenbällen, Theatern und Cafés, ein endloser Reigen des Vergnügens, der letztendlich von jemandem bezahlt werden muss – wie Karl in seiner letzten Elend erkennt.

      Beethovens Neffe1978
      4,0