Adolf Wölfli. Ein Geisteskranker als Künstler von Walter Morgenthaler. Kommentierte Neuausgabe
Ausst. Kat. Zentrum Paul Klee, 2021
Adolf Wölfli, geboren 1864, verbrachte ab 1895 seine Zeit in der Irrenanstalt Waldau, wo er begann zu zeichnen und ein beeindruckendes Werk von über 25.000 Seiten als Schriftsteller, Komponist und Künstler hinterließ. Seine Arbeiten erregten das Interesse von André Breton und den Surrealisten, und Harald Szeemann stellte seine großformatigen Alben 1972 auf der documenta 5 aus. 1921 veröffentlichte der Arzt und Psychiater Walter Morgenthaler das Buch „Ein Geisteskranker als Künstler“, in dem er Wölfli als Künstler erklärte – eine gewagte These, da der Wert seines außergewöhnlichen Werks damals umstritten war. Heute wird Wölfli weltweit ausgestellt und gilt als eines der bedeutendsten Werke des 20. Jahrhunderts. Morgenthaler, der Wölfli über Jahre hinweg als Arzt begleitete, dokumentierte dessen Lebens- und Arbeitsweise und schuf mit seinem Buch einen Schlüsseltext zur Kunst und Psychopathologie. Die Neuauflage nach 100 Jahren bietet eine neue Leserschaft Zugang zu diesem wichtigen Werk, das in der Originalfassung erscheint und durch Dokumente wie Krankengeschichten und Pflegerberichte ergänzt wird. Diese Ausgabe wird anlässlich der Ausstellung „Die Welt von Adolf Wölfli“ im Zentrum Paul Klee 2021 veröffentlicht.
