Wer kennt sie nicht: den Kunstkakadu, die Diskursbiene, den Nischentiger, die sich aufplustern, sich abstrampeln oder sich aus- schließlich mit sich selbst beschäftigen. In seinen kybernetischen Fabeln überträgt Thomas Raab biologische Dynamik auf das Privat- und Erwerbsleben sogenannter Bobos in Universitäten, Kunst- betrieb und Wirtschaft. Im Wechsel zwischen menschlicher und tierischer Perspektive blitzen Analogien zwischen den Existenzformen auf, von der Motte bis zum Elefanten, von der Alge bis zum Fischstäbchen, von der niedrigen Charge bis zum CEO. Eine Menagerie sich spiegelnder Codes aus Zellforschung, Werbewirtschaft, Psychotherapie und Szene-Talk stellt Status und Befindlichkeit sozialer Schichten bloß. Thomas Raabs unvergleichlicher, cooler Humor, der ein Pendant in Christian Wallners kongenialen Zeichnungen findet, zielt auf das verkitschte, ignorante Bewusstsein unseren Mit-Wesen gegenüber wie auch auf das inhaltsleere und egomanische Geflattert in Soziotopen, denen der Autor auch selbst angehört. Eine geistreich- melancholische und animalisch-witzige Menschenschau in einem Gehege, aus dem kritische Selbstbeobachtung üblicherweise ausgesperrt bleibt.
Thomas Raab Boeken
Thomas Raab, na zijn studie wiskunde en sportwetenschappen, geeft les op een Weens gymnasium. Als buitenstaander in de literaire wereld werd hij in 2007 bekend met zijn debuut misdaadroman. Hij wordt gewaardeerd om zijn geestige filosofische schrijfstijl en zijn leesperformances. Raab woont in Wenen als freelance auteur en muzikant.







Nyx, Aoide, Eris
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Die Netzwerk-Orange
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Wir befinden uns in der Hauptstadt eines Unionsstaats im Jahr 2025. Die Gesellschaft funktioniert, der Einzelne fühlt sich einzeln. Doch kleine Verbesserungen tun immer Not. Der ehemalige Psychologieprofessor Franzer, nun-mehr Ministeriumsbeamter, versucht seine Lieblingsstu-dentin zu überzeugen, an seinem Projekt eines automati-schen Netzwerk-Therapeuten, dem Cyberpeuten, der Hilfe- suchende mit Lehrfabeln versorgt, mitzuarbeiten. Dazu durchwandern sie wie in einem Tableau vivant eine in soziale Segmente gesplittete Welt – die Netzwerk-Orange. Doch eine Gruppe Studierender ist unzufrieden. Jack, Caren und Cathy ahnen, dass hinter der perfekten Fassade der Union geheime Mächte Angebot und Nachfrage steuern. Utopie oder Dystopie? Oder schon Realität? Die Netzwerk- Orange stellt die Frage, was in der „Verhaltensbox“ Welt vom Einzelnen bleibt, wenn man die stabilisierenden Einflüsse des Netzes abzieht. In nüchtern-bürokratischem Stil und mit viel Ironie schreibt sich Thomas Raab auf die literari-sche Bühne zurück und versucht, die Aufgabe der Gesell-schaftsbeschreibung von Soziologie und Ökonomie für die Literatur zurückzuerobern.
Thomas Raab analysiert die Entertainmentindustrie aus ungewohnter Perspektive: nicht als Verfallsform früherer Hochkultur, sondern als notwendige Folge der biologischen Ausstattung des Menschen einerseits sowie der ökonomischen Entwicklung andererseits. Seine empirische Suche nach der evolutionären „Basis der Massenästhetik“ führt ihn von der literarischen Bestandsaufnahme einer Casting-Show über zahlreiche Selbst- und Kleinkindbeobachtungen bis zu den Reaktionen seiner Katze auf Hundegeheul.
„Ein phantastischer Roman.“ SPIEGEL online Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert. Die faszinierende Lebensgeschichte eines unheimlichen Geschöpfes aus der Feder des Bestsellerautors Thomas Raab. „Vergleiche mit Robert Schneider Schlafes Bruder und Patrick Süskinds Das Parfum drängen sich nicht nur auf, Still hält ihnen auch stand.“ Die Presse
Unter der Dusche wird jeder zum Philosophen! Mal ganz ehrlich: Wann und wo hat man heutzutage noch Zeit für sich, ohne abgelenkt zu sein? Lediglich ein Ort hat es geschafft, von Smartphone und Fernseher befreit zu bleiben: die Dusche. Und was an philosophischen, skurrilen und lustigen Gedanken herauskommt, wenn das warme Wasser auf uns plätschert, versammelt dieses Buch: • Wenn die Welt aus Duplikaten meiner selbst bestünde, wäre sie dann für mich perfekt? • Man merkt erst, wie viele Menschen man nicht leiden kann, wenn man einen Namen für sein Kind sucht. • «Sie hören von meinem Anwalt» ist das erwachsene «Das sag ich meiner Mama». • Wenn Partnervermittlungen langfristig Erfolg hätten, gingen sie pleite. • Theoretisch erhöht ein Tattoo dein Gewicht.
Danjela bringt Licht ins Leben anderer, insbesondere in das ihres Verlobten Willibald, der ihr endlich einen Heiratsantrag gemacht hat. Vor der Hochzeit plant sie ein großes Fest und quartiert ihn aus, um die Vorfreude zu steigern. Doch kurz vor dem Ja-Wort betritt ein bedrohlicher Mann die Kirche, und Danjela verschwindet plötzlich. Willibald, der Metzger, fällt in ein tiefes Loch, doch der Gedanke, dass sie ihn vielleicht schützen wollte, gibt ihm Kraft. Seine verzweifelte Suche führt ihn in die Machenschaften eines lokalen Familienclans, mit dem Danjela offenbar verbunden ist. Zudem taucht ein Kopfloser auf und bringt ihn weiter in Schwierigkeiten. Der Metzger ist ein Original, der alte Dinge liebt und als Restaurator die Geschichten hinter abgenutzten Oberflächen erkennt. Er ist introvertiert, hat in der Schule gelitten, genießt Rotwein und weiß um die schönen Seiten des Lebens. Doch das Verbrechen findet ihn immer wieder, und oft muss er seine Werkstatt verlassen, um Nachforschungen anzustellen. Der Autor Raab überzeugt mit seinem unverwechselbaren Stil, schrägem Humor und authentischen Charakteren. Seine Beobachtungsgabe und der feine Wortwitz machen das Lesen zu einem emotionalen Erlebnis, das Spannung und Komik vereint. Mit seinem neuen Werk bringt er den Helden Willibald Adrian Metzger zurück und begeistert erneut mit klugen, überraschenden Wendungen.
So ein Toter am Grund des Kurschwimmbeckens kann einem schon ziemlich die Laune verderben. Der Danjela Djurkovic jedenfalls. Ihrem Hilferuf folgt Willibald Adrian Metzger aus seiner Restauratorenwerkstatt ein bisschen widerwillig in die Provinz – und findet unerwarteten Familienanschluss sowie bald auch einen abgetrennten Ringfinger.



