Bachelorarbeit aus dem Jahr 2014 im Fachbereich Sozialpädagogik / Sozialarbeit, Note: 1,3, Fachhochschule Mannheim. Selektiver Mutismus ist ein dauerhaftes Schweigen in bestimmten, fremden Situationen, wie im Kindergarten oder in der Schule, und betrifft meist Personen außerhalb des engsten Familienkreises. Kinder mit selektivem Mutismus können jedoch in vertrauten Umgebungen mit bekannten Personen sprechen. Neben psychotherapeutischen und sprachtherapeutischen Behandlungen kann auch der adäquate Umgang von pädagogischen Fachkräften die Teilhabe der betroffenen Kinder am Leben verbessern. Studien zeigen, dass etwa 50% der selektiv mutistischen Kinder zweisprachig sind. Die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit und das Gefühl der Fremdheit in einer neuen Kultur scheinen das Risiko für Mutismus zu erhöhen. Das Leben zwischen zwei Kulturen und Sprachen kann starken Stress verursachen. Dennoch sind die genauen Ursachen für selektiven Mutismus unklar, und der aktuelle Forschungsstand bietet keine eindeutige Ätiologie. Verschiedene Fachdisziplinen haben unterschiedliche Erklärungen für das Phänomen, das klar von anderen Formen des Schweigens abgegrenzt werden sollte, da Selektiver Mutismus nicht das einzige Schweigen bei Kindern darstellt.
Zuhal Bozkoyun Boeken
