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Jonathan Pärli

    Die andere Schweiz
    • 2024

      Die andere Schweiz

      Asyl und Aktivismus 1973-2000

      • 450bladzijden
      • 16 uur lezen

      Seit den 1970er-Jahren zeichnete sich in westlichen Gesellschaften eine restriktive Wende in der Asyl- und Migrationspolitik ab, insbesondere angesichts der „neuen Flüchtlinge“ aus dem Globalen Süden und dem Ende des Nachkriegsbooms. Jonathan Pärli untersucht, ob eine emanzipatorische Asylpolitik „von unten“ möglich war, am Beispiel der „anderen Schweiz“, einer innovativen Solidaritäts- und Protestbewegung. Die Überzeugung, dass Abschottung und Abschiebungen keine Sachzwänge sind und liberale Asylpolitik kein humanitärer Luxus, führte seit 1973 zu einer sozialen Bewegung in der Schweiz. Diese Bewegung wurde von Geflüchteten aus Zaïre, Chile, der Türkei und Sri Lanka initiiert, die in kollektiven Protesten und individuellen Äußerungen die Schweiz an ihrem Ruf als traditionelles Asylland maßen. Pärli analysiert den Asylaktivismus in seiner demokratiepolitischen Bedeutung und dokumentiert seine konkreten Erfolge. Ziviler Ungehorsam führte zu Repression, was wiederum neuen Widerspruch hervorrief. Gleichzeitig bestand die Gefahr, dass das Engagement in rein humanitäre Einzelfallarbeit abdriftete. Der Übergang von grenzüberschreitender Vernetzung zu Aktionen für ein „anderes Europa“ gestaltete sich ebenfalls schwierig. Pärli rekonstruiert eindrucksvoll die vielschichtige Geschichte des Asylaktivismus zwischen Politik, Humanitarismus und enttäuschten Hoffnungen.

      Die andere Schweiz