Forschungen mit psychedelischen Stoffen erleben eine Renaissance. LSD und Psilocybin, einst als Protestdroge der Beatniks und Hippies verpönt, gelten nun als Hoffnungsträger der Medizin. Doch wie gelangte Mutterkorn, der landwirtschaftliche Ausgangsstoff von LSD, in die Laboratorien der Pharmaindustrie? Und wie wurde ein potenzielles Medikament der Psychiatrie zur Ikone der Gegenkultur? Das Buch von Beat Bächi beleuchtet nicht die bekannten Orte und Akteure wie Harvard oder Timothy Leary, sondern beginnt beim Anbau des Mutterkorns im Emmental und im Luzerner Hinterland. Der Weg von den Schweizer Äckern über die Laboratorien des Chemie-Unternehmens Sandoz zur Psychiatrie und in die Gegenkultur ist komplex. Um als Hoffnungsträger einer antikapitalistischen Bewegung zu fungieren, musste der Stoff mit mexikanischen Zauberpilzen in Kontakt treten, die als „Fleisch der Götter“ der Azteken galten. Bei der Umwandlung dieser Pilze in Psilocybin spielten Staudammprojekte, indigene Gemeinschaften, Anthropologen, Missionarinnen, Flugzeuge, Lasttiere und Banker eine zentrale Rolle. Im Fokus stehen die Verflechtungen zwischen der Mutterkornkultur in der Schweiz und der anthropologischen, missionarischen, linguistischen, biologischen und mykologischen Feldarbeit in der Sierra Mazateca. Die Betrachtung der Produktionsgeschichte und Materialität dieser Stoffe verdeutlicht, wie wandelbar Psychotropen waren und sind: als Heilmittel in der Psy
Beat Bächi Boeken
