Das Gesicht im Film: subtile Botschaften
Von der Kulturgeschichte bis zur Instrumentalisierung in Industriefilmen des "Dritten Reichs"
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Das menschliche Gesicht wird als subtiler, "schwacher Code" betrachtet, der sich den Deutungen der Wahrnehmung entzieht. In Medien wie dem Film wird das Gesicht jedoch strategisch eingesetzt, um unterschwellige Botschaften zu vermitteln. Die Bild-Werdung des Menschen hat ihre "Unschuld" nicht erst mit Diktaturen verloren; im Modus der Lesbarmachung, insbesondere in Großaufnahmen, wird es zur scheinbaren Evidenz mit manipulativer Funktion. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versichern sich Diktaturen in Deutschland, Italien und Russland der Arbeiterschaft, um ideologische Ziele zu erreichen. Das kulturell geprägte Gesicht muss für die Propaganda umcodiert werden. Dem weit verbreiteten Verdikt der "Gleichschaltung" wird differenziert begegnet: Die Anpassungsfähigkeit des Gesichts an historische Konstellationen macht es zu einem facettenreichen Medium für rhetorische Strategien. Das Buch gliedert sich in drei Teile: Die Kulturgeschichte des Gesichts, Bildfragen zur Darstellung im Film und die Pragmatik des Gesichts im Kontext von Diktaturen. Es behandelt Themen wie die physiognomische Wahrnehmung, die Rolle der Großaufnahme im Film und die Konstruktion des Arbeitergesichts im Dritten Reich, einschließlich der Einflüsse des italienischen Faschismus und sowjetischen Revolutionsfilms. Zusammenfassend wird die Komplexität und die paradoxen Funktionen des Gesichts im Film beleuchtet.
