Mit ›Von den Sinnen‹ unternimmt Nea Schmidt eine literarische Suchbewegung entlang des Körpers und seiner Wahrnehmungen. In fünf lose miteinander verbundenen Essays zu Riechen, Hören, Tasten, Sehen und Schmecken geht sie den Narben einer Denkgeschichte nach, die Körper und Geist voneinander getrennt hat. Aus autofiktionalen Passagen, poetologischen Überlegungen, ästhetischen und politischen Beobachtungen entsteht eine essayistische Erkundung der Körperlichkeit – und der Versuch, eine Sprache zu finden für das Sinnliche, Synästhetische, schwer Fassbare. Nea Schmidt schenkt uns Thesen zu verschwimmenden Visionen und akustischen Illusionen, ein Glossar transkribierter Vogelgeräusche, eine Sammlung von Parfümrezensionen, ein synästhetisches Ratespiel zu Geschmacksrichtungen und Transkriptionen von ASMR-Videos und zeigt: Die Verbindung von Wahrnehmung und Sprache ist nicht verlässlich. ›Von den Sinnen‹ erkundet, wie Körper in der Sprache erscheinen – und was sich verändert, wenn wir die letztlich erfundene Trennung von Denken und Empfinden einfach nicht länger hinnehmen.
Nea Schmidt Boeken
