Zwar wird er das Gefühl nie ganz los, »dass alle anderen echte Kapitäne« sind »und er nur eine Art Missverständnis, das noch einmal ans Tageslicht« kommen wird. Doch de facto bringt Vilhelm Huurna alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kapitänslaufbahn mit. Alle – bis auf das Seeglück. Und so versenkt Vilhelm einen Segelfrachter nach dem anderen, die er auf den großen europäischen Handelsrouten des 19. Jahrhunderts kommandiert. Das hindert seine Auftraggeber indes nicht daran, ihm immer neue Verantwortung zu übertragen, und schließlich erkennt Vilhelm, dem auch privat nichts erspart bleibt, dass am Ende meist alles halb so schlimm ist. Wir alle sind Vilhelm Huurna, und dieser schmale Roman, in dem der Autor die Kunst des pointierten, lakonischen Erzählens perfektioniert hat, ist eine so aktuelle wie kurzweilige Parabel über die Tragikomik unseres Lebens.
Petri Tamminen Volgorde van de boeken (chronologisch)





Während die Welt am Fernseher die Hochzeit von Lady Di und Prinz Charles verfolgt, sind Jussi und sein Onkel Olli unterwegs, um einen auch für finnische Verhältnisse ungewöhnlichen Einkauf zu erledigen: Der im Sterben liegende Großvater will seinen Sarg sehen. Jussi ist schüchtern und harmoniebedürftig, sein Onkel ein vitaler Draufgänger, ein Held – die Welt ist noch in Ordnung. Dreizehn Jahre später, Jussi wohnt inzwischen mit Frau und Sohn in der Stadt, sieht das schon anders aus: Im Verlauf eines als Angelurlaub geplanten Wochenendes wird er mit den Leidenschaften seines Onkels konfrontiert (Alkohol, die falschen Freunde und Frauen) – und muß sich ganz gegen seine Natur selbst als Held beweisen. Er ruft den Notarzt, nachdem das Gelage entgleist ist. Das Bild des Onkels bröckelt, die Männerfreundschaft nicht. 2005: Bei Prinz Charles hält mit Camilla ein ernüchterter Pragmatismus Einzug, und Jussi, 39, frisch geschieden, fährt zur Beerdigung seines vereinsamt heruntergekommenen Onkels. Er selbst hat es auch nicht weit gebracht, verläßliche Vorbilder sind rar. Petri Tamminen zeigt nach Der Eros des Nordens und Verstecke wieder einmal charmant finnisch: Womöglich haben es Männer nicht leicht.
Skrivališča prinašajo izbor iz treh kratkproznih zbirk sodobnega finskega pisatelja Petrija Tamminena (1966). Avtorjev slog pisanja je izredno zgoščen, stavki so kratki, pa tudi zgodbe, ki jih odlikujeta tipično finski, pogosto nekoliko čudaški smisel za humor in izrazita neposrednost, največkrat ne obsegajo več kot ene strani. V zbirki Skrivačeva zemlja pisatelj razmišlja, kam se človek lahko zateče v bolj ali manj vsakdanjih položajih: pred dolgočasnimi obiski, ob začetku vojne ali ko zapusti ženo. Zbirka Hrepenenje moškega na ironičen način mojstrsko izrazi mnoga protislovja v življenju sodobnega moškega, v Življenjih pa so jedrnato prikazane usode Fincev z družbenega roba. Tamminen je izvrsten v opisovanju podrobnosti.
Der Eros des Nordens
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Als seine Frau schwanger wird, kriegt Harri es mit der Angst zu tun: Überall lauern Gefahren für Mutter und Kind, ein früherer Seitensprung bereitet ihm Schuldgefühle. Als das Kind kerngesund geboren ist, steigern sich die Sorgen nur: Harri glaubt, daß er Aids hat (trotz negativem Testergebnis), er ahnt Verschwörungen, hat Angst vor Steinwürfen durchs Fenster und gibt schließlich seine Arbeit auf, um die Familie schützen zu können. Dabei wird schnell klar: Die größte Bedrohung für den Familienfrieden ist Harri selbst.§Bei einer Autopanne kommt ihm Eero zu Hilfe, ein Sprücheklopfer und finnisches Mannsbild, wie es im Buche steht. Eero nimmt Harri mit auf einen Wochenendtrip, sie gehen zum Tanzen, lassen sich von Frauen abschleppen, verursachen einen Saunabrand, geraten in eine religiöse Erweckungsbewegung - und Harri merkt, daß auch Eero nicht der perfekte Mann ist. Lakonisch, finnisch, schräg. Wer Kaurismäki mag, wird Petri Tamminen lieben.