Anquetil
- 160bladzijden
- 6 uur lezen
Ich war zehn Jahre alt, klein, braun und rund; er war groß, blond und dünn und ich wollte wie er sein. Ich wollte sein Fahrrad, seine Ausstrahlung, seine Lässigkeit, seine Eleganz. Ich hatte gleichzeitig mein Vorbild und mein Gegenteil gefunden. Jacques Anquetil durchquerte meine Radfahrkindheit wie eine majestätische Karavelle. Er war der schönste Radfahrer, den man sich vorstellen kann. Ich folgte ihm, bewunderte ihn, ohne jemals zu versuchen, ihn zu verstehen, was sein Geheimnis noch geheimnisvoller machte. Er hatte eine komplexe Seele, seine Motivationen waren widersprüchlich, seine Eleganz stach im Peloton hervor, sein Leben im Schloss roch nach Parfum und Pulver. Viel später, weil meine Bewunderung nie erloschen ist, kam mir die Idee, sein Porträt zu zeichnen. Aber liebte dieser geniale Radfahrer wirklich das Fahrrad?

