Das Buch des Jahres stammt von einem alten, weißen Mann und ist ein Standardwerk über das Altsein, das den Versuch thematisiert, im Alter nicht „zu veralten“. Es handelt sich um ein Endspiel, das positiv gewendet ist, ins Würdevolle und manchmal sogar ins Wundervolle. Günther Rühle reflektiert in seinen Tagebüchern über sich selbst und gesteht, dass er neunzig Jahre gebraucht hat, um ein Verhältnis zu sich selbst zu entwickeln. Vor dem Verlust seines Augenlichts interessierte er sich nur für Arbeitszusammenhänge, doch nun horcht er in sich hinein und erlebt merkwürdige Dinge. Stimmen fordern ihn auf, endlich für sich selbst zu denken, was ihn mit Angst erfüllt. In seinen Einträgen gibt er zum ersten Mal etwas von sich preis, was er selbst nicht kannte. Er reflektiert über seine Einsamkeit und die Herausforderungen, die er in seinem Leben und seiner Familie hinterlassen hat. Der erblindende Kritiker blickt in sein Leben zurück, während er den Veränderungen seines Körpers lauscht. Rühle beschreibt das Lebensgefühl der Älteren so eindringlich, dass theatrale Bilder entstehen. Sein Werk enthält spontane Einwürfe, wütende Schreie und liebevolle Erinnerungen. Es ist ein zutiefst anrührendes Alterszeugnis, das er mit heller Tapferkeit und ohne Scheu vor Erinnerungen und Emotionen angeht.
Günther Rühle Boeken






Reigen, Liebelei
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Sechzig Jahre lang war Arthur Schnitzler Reigen nicht auf der Bühne zu sehen. Nach zwei skandalbegleiteten Aufführungen in Berlin (1920) und Wien (1921) hatte Schnitzler jede weitere Aufführung des Reigen verboten. Nachdem mit dem 31. 12. 19821 - 50 Jahre nach dem Tod des Autors . die Urheberschutzfrist in den an das deutschsprachige Gebiet angrenzenden Ländern ablief, entschloß sich Heinrich Schnitzler, Sohn und Nachlaßverwalter Arthur Schnitzlers, die Aufführungssperre für Länder mit längerer Urheberschutzfrist, wie Deutschland und Österreich, aufzuheben. Seit dem 1. 1. 1982 gibt es nun wieder so etwas wie eine fortgesetzte Aufführungsgeschichte des Reigen. Das Stück, zeigt sich, hat auch nach sechzig Jahren nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
Anarchie in der Regie?
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In „Theater für die Republik. Im Spiegel der Kritik 1-2“ untersucht Günther Rühle die Rolle des Theaters in der politischen und gesellschaftlichen Landschaft der Bundesrepublik Deutschland. Die beiden Bände bieten eine umfassende Analyse der Theaterkritik und deren Einfluss auf die Entwicklung der Theaterkultur seit den 1950er Jahren. Rühle beleuchtet zentrale Themen wie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, die Relevanz von Kunst in der Gesellschaft und die Herausforderungen, denen sich das Theater in Zeiten politischer Umbrüche gegenübersieht. Die Werke enthalten kritische Auseinandersetzungen mit bedeutenden Inszenierungen, Regisseuren und Schauspielern, die das deutsche Theater geprägt haben. Rühle reflektiert über die Wechselwirkungen zwischen Theater und Gesellschaft und thematisiert die Verantwortung der Künstler in einem demokratischen Kontext. Die Bände sind reich an historischen Bezügen und bieten eine fundierte Grundlage für das Verständnis der Entwicklung des Theaters in der Republik. Leser können eine differenzierte Sicht auf die kritische Rezeption von Theaterstücken und deren gesellschaftliche Implikationen erwarten.



