Die Sehnsucht nach der Anschauung Gottes
Thomas von Aquin und Duns Scotus im Gespräch über Natur und Gnade
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Thomas von Aquin und Duns Scotus im Gespräch über Natur und Gnade
Nach dem Abschied von Gottes heiliger Majestät
Große scholastische Philosophie kreist um die Frage, wie es möglich ist, daß Gott die Dinge an seiner Wirklichkeit teilhaben lässt, ohne den Unterschied von göttlichem und geschöpflichem Sein aufzuheben. Die vorliegende Arbeit zeigt nicht nur, daß der zweite Traditionsstrom der scholastischen Philosophie, der durch die Namen Duns Scotus und Franz Suárez verkörpert wird, das Problem auf ganz andere Weise löst als der Thomismus. Sie setzt neue und überraschende Akzente, weil sie den Nachweis führt, daß Scotus und Suárez ebenfalls daran festhalten, daß „Sein“ Fülle bedeutet und Gott die Fülle der Wirklichkeit ist, so dass Heideggers Vorwurf der „Seinsvergessenheit“ auch an dieser Schule abprallt. Höhepunkt des Buches ist die kritische Gegenüberstellung der durch Cajetan geprägten thomistischen und der suarezianischen Lehre von der analogia entis, vom Sein als Gleichnis Gottes, die das Herzstück der scholastischen Metaphysik bildet.
Der am 14. Januar 2016 verstorbene Walter Hoeres war einer der profliertesten Repräsentanten des traditionalistischen Katholizismus im deutschsprachigen Raum. Seine Beiträge in den entsprechenden Publikationen, in Theologisches, in der Kirchlichen Umschau, der Una Voce Korrespondenz oder Civitas zählten zum Besten, um den Verfall der Tradition und des kirchlichen Lebens zu analysieren und zu kommentieren. Kurz vor seinem Tod sprach Hoeres von den »düsteren, ja man möchte fast sagen dämonischen Zügen unserer Zeit« (Theologisches, Januar/Februar 2016); und obwohl der »Abschied von Gottes heiliger Majestät« längst vollzogen war, hoffte Hoeres doch, »daß allen in der heiligen Kirche wieder die Gabe der Ehrfurcht« zuteil werde, um Gottes »Gebote gegenüber dieser gottverlassenen Welt mutig und ohne falsche Zugeständnisse zu verteidigen«.
Landschaft zwischen Ästhetik und Metaphysik
Thomas von Aquin zwischen Rahner und Kant