Menschenwürde in der Drogenpolitik
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Der "Nachrichtendienst des Deutschen Vereins" 1932-1946
Die Untersuchung beleuchtet die Kontinuitäten diskriminierender und eugenischer Konzepte in der Wohlfahrtspflege von der Weimarer Republik bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Anhand von Beiträgen im "Nachrichtendienst des Deutschen Vereins" zwischen 1932 und 1944 wird aufgezeigt, wie diese Ideen mit der sozialrassistischen Bevölkerungspolitik des NS-Regimes verknüpft waren. Zudem belegen die 1946 veröffentlichten "Rundbriefe", dass diese Begriffe und Denkweisen auch nach dem Krieg fortlebten. Die Studie thematisiert somit die anhaltende Einflussnahme solcher Konzepte auf die Soziale Arbeit in Deutschland über verschiedene politische Systeme hinweg.
Zustimmung, Übereinstimmung, Mit-Täterschaft
Die Analyse beleuchtet die Verstrickungen der kirchlichen Sozialen Arbeit in die NS-Bevölkerungspolitik, gestützt auf Quellen aus der NS-Zeit. Manfred Kappeler thematisiert die Kontinuitäten im Denken und Handeln, die diese Beteiligungen ermöglichten, und hebt die Rolle klassifizierender Denkweisen hervor. Zudem wird die ambivalente Haltung der Kirchen zum Widerstand ihrer Mitarbeiter:innen sowie die nachträglichen Legendenbildungen behandelt, mit denen kirchliche Verantwortliche ihre Rolle während des Nationalsozialismus relativieren und sich als Opfer stilisieren wollten.
Der Band thematisiert die Reform des KJHG von 2005, die den Kinderschutz durch wesentliche Änderungen im SGB VIII stärkt. Die Eingriffsmöglichkeiten des Staates, insbesondere des Jugendamtes, wurden zugunsten des Kinderschutzes ausgeweitet, was zu einer stärkeren Gewichtung der hoheitlichen Aufgaben gegenüber den Elternrechten führt. Viele Jugendämter haben Checklisten und Einschätzungsbögen entwickelt, und die Verpflichtung, Hinweisen nachzugehen, wurde verschärft. Aktuell wird über verpflichtende Hausbesuche bei Hinweisen diskutiert. Zudem haben fast alle Bundesländer seit 2008 kinderärztliche Vorsorgeuntersuchungen verbindlicher gemacht. Der Band stellt kritische Fragen zur Reform und beleuchtet die daraus resultierenden Veränderungen und Tendenzen. Zu den Schwerpunktthemen gehören die Nebenfolgen öffentlicher Debatten zum Kinderschutz, die Entwicklung von Kinder- und Jugendhilfe hin zu Fürsorge und Betreuung, genderbezogene Implikationen im Kinderschutz im Vereinigten Königreich sowie die Beziehung zwischen Kinderrechten und Kinderpolitik. Ein Forum-Beitrag thematisiert die Angst und die Notwendigkeit von Kritik in der sozialen Arbeit.
Gegeben Antworten und aktuelle Kontroversen
Partizipation und Rechtsansprüche in Politik, Gesellschaft und sozialer Arbeit
Abstract: "'Zeit der Übergänge - aber wohin?' - Unter diesem Titel organisiert Das Argument (Heft 291, 2011) eine Diskussion, deren Zielrichtung Bernd Röttger mit einem Zitat von Volker Braun markiert: 'Wer vordenken will, muss über das jetzige nachdenken, die Zukunft ahnen, heißt die Gegenwart durchschauen. [...] unser Utopia ist der Realismus' (2011: 193). In den Beiträgen dieses Argument-Heftes wird zweierlei deutlich, zum einen, dass eine Alternative zum Kapitalismus etwas anderes sein muss als dessen schlichte Negation, zum anderen, dass - wenn überhaupt in Alternativen gedacht werden kann - sie jetzt, im Hier und Heute entstehen müssen. 'Konzepte sozialistischer Transformation müssen' sich im Entwurf politisch-gesellschaftlicher Übergangsstadien' konkretisieren (Haug 2007: 25). Wirkliche 'antikapitalistische Handlungsfähigkeit' entscheidet 'sich an den politischen Vermittlungen, den Übergangslosungen und den weitertreibenden Forderungen' (32)" (Röttger 2011:196). Es geht also um das 'W
Abstract: Auf Marx zurückgehend stellt der Verfasser grundlegende Überlegungen zur theoretischen Konstitution des Forschungsgegenstands zur Diskussion, um damit dem Anspruch des Intersektionalitätsparadigmas folgend auch Aspekte zurück in den aktuellen Diskurs zu holen, die aus ihm herauszufallen drohen. In diesem Zusammenhang setzt er einen besonderen Akzent auf eine Klärung des in Intersektionalitätsstudien häufig eher diffusen Klassenbegriffs. Darüber hinaus unterbreitet er in kritischer Auseinandersetzung mit dem praxeologischen Moment von Winkler/Degeles intersektionalem Mehrebenenansatz sowie ihrer Analyse von Subjektkonstruktionen und Repräsentationen Vorschläge zu einem der theoretischen Gegenstandsbestimmung angemessenen methodisch-qualitativen Vorgehen in der Empirie. Dabei greift er auch Winklers subjektwissenschaftliche Vorschläge auf und versucht, diese weiter zu entwickeln. (ICE2)
Knapp bemessene Zeitkontingente, hohe Fallzahlen, die Zunahme befristeter Verträge und ungewollter Teilzeitbeschäftigung, nicht zuletzt auch durch „Haustarife“ oder Ausgründungen, haben die Soziale Arbeit folgenreich verändert. Widersprüche 128 beleuchten die Dimension „Lohnarbeit“ in der Sozialen Arbeit näher. Das Heft thematisiert die organisatorischen und (arbeits- und tarif-)rechtlichen Rahmenbedingungen, die auch politisch – sozialstaatlich mitproduziert werden. Das Spannungsverhältnis von Lohnarbeit und Professionalität ist ein weiteres Thema des Heftes. Es geht um die Behauptung professioneller Autonomie unter den Bedingungen des Sozialmanagerialismus, um die Widersprüche der Professionalisierung als Projekt des sozialen Aufstiegs und um das Verhältnis gegenüber anderen Berufsgruppen im Sozialbereich. Schließlich wird auch das Verhältnis bezahlter und unbezahlter Arbeit in der Sozialen Arbeit im Rahmen des modernisierten welfare-mix genauer in den Blick genommen.
Care-Bewegung und Care-Politiken Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich Deutsch
Unter Care werden unverzichtbare Arbeiten der Sorge für sich selbst und andere, der Pflege, Assistenz und Erziehung zusammengefasst. Deren größter Teil wird weiterhin unbezahlt geleistet oder erfolgt über einen Schattenarbeitsmarkt globalisierter Arbeitsverhältnisse im Privaten. Auch als Erwerbsarbeit ist sie von geschlechtshierarchischer und rassistischer Arbeitsteilung durchzogen. Sie ist der kapitalistischen Profitlogik unterworfen, steht unter Kostendruck und erfolgt unter schlechten Arbeitsbedingungen. Weder diese Organisation von Care noch deren daraus resultierende Qualität genügen den gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen und individuellen Ansprüchen. Widersprüche 134 beleuchten die bisher zumeist weder disziplinär noch politisch oder normativ aufeinander Bezug nehmenden Krisendiagnosen sowie die jeweils vorgeschlagenen Lösungen.
1754 beginnt in Berlin die Freundschaft dreier junger Männer: Friedrich Nicolai (22), Moses Mendelssohn (26) und Gotthold Ephraim Lessing (26) diskutieren im 'Gelehrten Kaffeehaus' leidenschaftlich über die Misere der deutschen Literatur. Sie verabreden, zur 'Hebung' der deutschen Sprache ein 'Allgemeines Deutsches Wörterbuch' zu schaffen. Über die Anfänge zu diesem Werk kamen sie aber nicht hinaus. Lessing verwahrte die Vorarbeiten dazu in einer Kiste, die schließlich verloren ging. Nach Lessings frühem Tod skizzierte Nicolai den Wörterbuch-Plan, in der Hoffnung, dass jüngere Sprachforscher ihn dereinst verwirklichen könnten. Hundert Jahre später veröffentlichten Jacob und Wilhelm Grimm den ersten Band ihres 'Allgemeinen Deutschen Wörterbuchs'. In der von Jacob geschriebenen Einleitung zu diesem gewaltigen Werk finden sich die vom 'Dreigestirn der Berliner Aufklärung' aus der Kritik an den Wörterbüchern ihrer Zeit entwickelten Kriterien wieder.
Ergebnisse einer Längsschnittuntersuchung in Ost-Berlin nach der Maueröffnung
Ausgehend von den Ergebnissen einer großangelegten Längsschnittuntersuchung unter Ostberliner SchülerInnen erfolgt in diesem Buch eine kritisch-konstruktive Reflexion des pädagogischen Umgangs mit drogenkonsumierenden Jugendlichen. Bis zur Maueröffnung 1989 waren illegalisierte Drogen ohne lebensweltliche Relevanz in der DDR. Nach der Maueröffnung bestand im Osten Deutschlands die Möglichkeit zu beobachten, auf welche Weise sich Jugendliche diesen Drogen nähern. Über sechs Jahre hinweg haben die AutorInnen Wissen, Einstellungen, Kommunikations- und Handlungsweisen Ostberliner Jugendlicher bezüglich illegalisierter Drogen untersucht. Dabei war der Forschungsarbeit ein sozialwissenschaftlich fundierter Drogenbegriff, der auch eine Differenzierung zwischen Drogenkonsum und Drogenmißbrauch ermöglicht, zugrundegelegt. Das Buch stellt die empirischen Ergebnisse vor. Seine Bedeutung besteht allerdings nicht nur im Nachzeichnen der entsprechenden Entwicklungen, sondern darüber hinaus in den aufgezeigten Konsequenzen und Anregungen, die sich generell für einen angemessenen sozialpädagogischen Umgang mit Jugendlichen, die psychoaktive Substanzen gebrauchen, ergeben.
Als Erika und Klaus Mann zusammen mit anderen Jugendlichen aus der Nachbarschaft eine 'Bande' bildeten und 'schweren Unfug' verübten, sahen ihre Eltern Thomas und Katia Mann das gesellschaftliche Ansehen der Familie gefährdet. Es schien ihnen, so Klaus Mann, 'eine drastische Lektion' geboten. Die Mann-Kinder wurden in reformpädagogische Landerziehungsheime gegeben. Klaus Mann fand Gefallen an dem Lebensstil in der 'Freien Schulgemeinde' der Odenwaldschule. 'Wer den Zauber dieser Daseinsform gekostet hat, dem bleibt die Sehnsucht danach im Blute', schrieb er viele Jahre später. In diesem Buch werden die Widersprüche und Ambivalenzen im reformpädagogischen Erziehungsalltag analysiert, wie sie sich in den autobiografischen und literarischen Schriften Klaus Manns, aber auch in Texten seiner Geschwister Erika, Golo und Monika zeigen. Auf dem Hintergrund der aktuellen Debatte über die Odenwaldschule und andere Internatsschulen legt der Autor mit diesem Essay einen literaturhistorischen und erziehungsgeschichtlichen Text vor, der Aspekte in den Vordergrund rückt, die im anhaltenden Mediendiskurs bislang kaum thematisiert wurden. - Klaus und Erika Manns persönliche Erfahrungen in Internaten - Die Manns und ihre Beziehungen zur Reformpädagogik - Liberale Erziehung im Hause Mann