Peter Hawigs Buch hebt die „Offenbachiaden“ als spezifische Werkgruppe innerhalb des Gesamtwerks von Offenbach hervor und definiert deren wesentliche Aspekte. Es werden die Kennzeichen aller 13 Einzelwerke monographisch nachgewiesen, während der historische Rahmen, übergeordnete Diskursthemen und verschiedene Rezeptionsebenen dargestellt werden. Während nicht jedes Werk Offenbachs satirisch ist, sind die Offenbachiaden es. Der zugrunde liegende Satirebegriff umfasst die Verspottung und Entlarvung von Missständen, die eine bessere Gegenwelt aufscheinen lassen. Offenbach und seine Librettisten waren keine radikalen Ankläger, sondern Teil ihrer Gegenwart, was die Objekte ihrer Satire menschlicher erscheinen lässt. Um das Genre der „Offenbachiade“ zu umreißen, wird Kontrast als Methode verwendet. Im 5. Kapitel analysiert Anatol Stefan Riemer die Große romantische Oper „Die Rheinnixen“ anhand zahlreicher Notenbeispiele. Dieser analytische Exkurs trägt dazu bei, die Offenbachiaden im Kontext des Gesamtwerks zu verankern. Der Anhang bietet praktische Informationen für die Bühnenpraxis, einschließlich wesentlicher Fakten zu den einzelnen Stücken und bibliographischen sowie ikonographischen Hinweisen. Insgesamt ist ein Grundlagenwerk der Offenbach-Forschung entstanden, das als Nachschlagewerk für Wissenschaftler, Regisseure und Intendanten dient und gleichzeitig eine ansprechende Lektüre für Offenbach-Liebhaber bietet.
Peter Hawig Boeken






"Die Offenbach-Renaissance findet nicht statt"
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Das sogenannte „Theater der Dichtung“ macht einen wichtigen schriftstellerischen wie darstellerischen Bestandteil des Wirkens von Karl Kraus (1874-1936) aus, und das Werk von Jacques Offenbach (1819-1880) nimmt darin einen herausragenden Platz ein. Die Rezeption Offenbachs im deutschsprachigen Raum ist ohne Karl Kraus, seine „Fackel“, seine Vorlesungen und Werkrekonstruktionen nicht denkbar. Wie die beiden satirischen Genies genau mit- und untereinander zusammenhängen, hat sich die vorliegende Studie zur Aufgabe gemacht.
Die Schrift vereinigt 10 Aufsätze, die sich zunächst mit Jacques Offenbach und seinem Umfeld beschäftigen: von E. T. A Hoffmann bis Karl Kraus, von Hortense Schneider bis Ernest Guiraud, von der Operette in Wien und Berlin bis zu Arthur Sullivans Savoy Opera in London. Hier, wie in zwei weiteren, übergreifenden Untersuchungen wird als für Offenbach typisch „der Verlust des Authentischen“ herausgestellt, d. h. ein Komponieren in Anführungszeichen, mit Anspielungen und musikalischen Subtexten als zeitgemäße Reaktion auf die Erosion des klassischen Formenkanons. Der Band enthält außerdem die seit vielen Jahren umfangreichste und detaillierteste Bibliographie zu Offenbach.
Einladung nach Gerolstein
Untersuchungen und Deutungen zum Werk Jacques Offenbachs
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Inhalt: Kapitel I: Grundsätzliches / Kapitel II: Werkbetrachtungen / Kapitel III: Strukturprinzipien.
Jacques Offenbach
Facetten zu Leben und Werk
Unter Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse stellt diese Aufsatzsammlung „Facetten zu Leben und Werk“ zu Jacques Offenbach zusammen. In den Kapiteln „Die Persönlichkeit“, „Das Werk“, „Offenbach und die anderen“, „Die Forschung“ und „Die Rezeption“ werden die Biographie und das Schaffen des angeblichen „Vaters der Operette“ aus den verschiedensten Blickwinkeln dargestellt, analysiert, eingeordnet und kommentiert. Mit der „Offenbachiade“ ist die eigentlich geschichtsträchtige Werkgruppe eines satirischen Musiktheaters genauso akzentuiert wie der „unbekannte Offenbach“ der Kammermusik und der Opern vor „Hoffmanns Erzählungen“. Wert wird auch und gerade auf Einordnung in den historischen und zeitgenössischen Kontext gelegt: Eine breit gefächerte Rezeption des „größten satirischen Schöpfers aller Zeiten und Kulturen“ (Karl Kraus) steckt immer noch in ihren Anfängen.
Vor dem Hintergrund imperialer Ambitionen im Mittelmeer und einer Neueinordnung der Person des Louis-Napoléon Bonaparte wird in geographisch orientierten Einzeluntersuchungen die französische Einflussnahme rund um das Mittelmeer 1848-1870 verfolgt. Die Anleihe möglichst der Kanone vorziehend, reiht sich das «ökonomische Empire» Napoleons III. einerseits uralten merkantilen Expansionsbestrebungen im Mittelmeer ein. Andererseits steht ökonomische Infiltration den heutigen Methoden der Machtgewinnung viel näher als denen des Hochimperialismus, zu dessen matter Vorläuferin sie meist verfälscht wurde.