„Eins der größten Sommervergnügen war der sehr russische Sport der Pilzsuche.“ Vladimir Nabokov berichtet von diesen Freuden und ihren Regeln. John Cage nimmt an einem Pilzbestimmungskurs teil, Marie Luise Kaschnitz sinniert über die Architektur von Pilzhäusern, Vinzenz Klink rät zum Trüffel: Das vorliegende Pilzlesebuch lädt ein zu literarischen Spurensuchen mit Sarah Kirsch, Arno Schmidt, Leo Tolstoi u. v. a. Und mit Peter Handke geht es natürlich in den Wald zu den „Dingsda“. Hexenringe, Boviste oder Baumschwämme: Garniert sind die Texte mit zauberhaften farbigen Illustrationen von Christina Kraus.
Raimund Fellinger Volgorde van de boeken (chronologisch)






In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gibt es keinen vergleichbaren verlegerischen Einfluss wie den von Siegfried Unseld, der den Suhrkamp Verlag über 50 Jahre leitete. Der Verlag prägte Gesellschaft, Politik und Kultur durch eine Programmleitlinie, die sowohl literarische als auch theoretische Entdeckungen förderte. Er veröffentlichte nicht nur Einzelwerke, sondern auch Autoren und Buchreihen, die verschiedene Leserkreise ansprachen. Zudem wurden Debattenbücher herausgegeben, um aufklärerische Positionen zu stärken, und es fand eine Vermittlung von Literatur und Theorie aus aller Welt statt. Unseld, seit 1951 im Verlag tätig und ab 1959 Verleger, initiierte in den 1960er Jahren eine Modernisierung und Expansion, die die Vielfalt der deutschen Kultur in Buchform widerspiegelte. Der Band untersucht die Wechselwirkungen zwischen der Persönlichkeit des Verlegers, den Identitäten der Autoren, den sich verändernden politischen Konstellationen und dem individuellen Leseverhalten in einem dynamischen Buchmarkt. Die Darstellung nutzt ein Buchformat, das Unseld selbst für seine Autoren prägte: Durch Bilder, von Fotos bis zu privaten Aufzeichnungen, begleitet von Unselds Äußerungen, entsteht eine Autobiographie des großen Verlegers.
Suhrkamp, Suhrkamp
Autoren über Autoren
Wie kaum ein anderer Verlag zeichnet sich der Suhrkamp Verlag dadurch aus, daß seine Texte ein eigenes literarisch-theoretisches Universum mittels der von ihm publizierten Bücher errichtet haben. Die wichtigste Grundlage des Suhrkamp-Universums sind die »dichten Relationen« zwischen den Werken der Autoren. Verbindungen in diesem weitgespannten und zugleich engmaschigem Raum reichen von literarischen Einflüssen des einen Autors auf den anderen bis zu explizit benannten Vorbildern – bei den theoretisch ausgerichteten Autoren nimmt solche Bezugnahme die Form der Fortentwicklung oder der scharfen Zurückweisung an. Es muß geradezu als Charakteristikum des Suhrkamp Verlags gelten: Seine Autoren stehen im Verhältnis der Wahlverwandtschaften zueinander, was, bei großen Geistern zugleich heißt, auch ihnen Widerstrebendes, besitzt es einen Rang, verdient Beachtung. Zum 60. Geburtstag des Verlages versammelt dieser Band Stimmen von Autoren, die über einen Zeitraum von 60 Jahren in Gestalt der Lobrede, des Nachworts, des Nachrufs, des Albumblatts, des Leserbriefs oder der Rezension das Werk und Leben Ihrer Lieblingsschriftsteller begleitet haben. Er stellt somit nicht nur ein Spiegelbild des Suhrkamp Verlags anhand seiner Autoren dar, sondern zugleich einen Rundgang durch 60 Jahre Literaturgeschichte.
Nach den Turbulenzen während der Frankfurter Buchmesse 1967, die ihn zum Eingreifen herausforderten, beschließt Siegfried Unseld, markante Ereignisse seines Verlegerlebens schriftlich zu fixieren. 1970 weitet er sein Vorhaben aus. Vom 1. Januar 1970 bis zum 31. Dezember 2001 notiert er in seinem Betriebstagebuch die weitverzweigten Vorgänge im Verlag, die Begegnungen mit Autoren, die kulturellen Konstellationen, politischen Veränderungen - zugleich seine persönlichen Reaktionen und Erfahrungen.§Aus drei Bestandteilen setzt sich die von ihm selbst so genannte Chronik zusammen: den nach Tag, Monat und Jahr angeordneten Einträgen, seinen Berichten von Reisen zu Autoren und Verlagen sowie von ihm aufbewahrten zeitgenössischen Dokumenten.§Diese Edition dokumentiert detailliert das Innenleben des Suhrkamp und des Insel Verlags, deckt die entscheidenden programmatischen Weichenstellungen auf, gewährt Einblick in die ökonomischen Abläufe eines Privatunternehmens, erhellt den Kontext, in dem Bücherprogramme Halbjahr für Halbjahr entstehen, schildert die Beziehungen zwischen Autoren und dem Verleger. Die Chronik ist die Geschichte des Suhrkamp Verlags und die Autobiographie seines Verlegers, die Siegfried Unseld nicht mehr schreiben konnte.
Die Kleine Geschichte der edition suhrkamp beschreibt die Entstehung und Entwicklung der programmatischen Linie der Reihe über vier Jahrzehnte hinweg, basierend auf Zeitzeugnissen.
Uwe Johnsons Erstlingsroman hat die literarische Welt nachhaltig beeinflusst. In den verschiedenen Betrachtungen wird der junge Künstler und die Thematik des Romans beleuchtet, wobei die anständige Art und die genaue Darstellung des Lebens im Fokus stehen. Der Roman wird als ein bedeutendes Werk beschrieben, das die Beziehung zwischen den beiden Deutschland thematisiert. Die Ermutigung zur Lektüre von „Ingrid Babendererde - Reifeprüfung 1953“ wird hervorgehoben, ebenso wie die tiefgründigen Mutmaßungen über die Hauptfigur Jakob. Die Chronologie des Plots und die Einsamkeit des moralischen Subjekts in der Moderne werden ebenfalls thematisiert. Die Vielfalt der Perspektiven reicht von der Sehnsucht nach dem Seelischen bis hin zu ironischen Betrachtungen der Faktenfülle. Es gibt Anregungen für Leser der neunziger Jahre sowie persönliche Erinnerungen an Johnson, die seine Rezeption in der DDR und seine Verbindungen zu Mecklenburg reflektieren. Die Diskussionen über Johnsons Werk umfassen auch seine eigenen Auskünfte und Abreden zu „Zwei Ansichten“ sowie die Bedeutung seiner „Jahrestage“. Die verschiedenen Stimmen und Analysen zeigen die Komplexität und den Einfluss von Johnsons Schreiben auf die Literatur und die Gesellschaft seiner Zeit.
Ein Lesebuch
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