English description: The present volume is based on a colloquium held by two research centres of the Philosophical Faculty of Cologne University. i.e. the "Centre for Mediterranean Cultures (Zakmira)" and the "Centre for Medieval Studies". The contributions by various authors from the departments of archaeology, history, Judaic studies, history of art, medieval Latin and philosophy present and compare from the interdisciplinary point of view numerous varied phenomena of continuing utilization and new interpretation of antique works in different fields. German description: Der vorgelegte Band basiert auf einem Kolloquium zweier Forschungszentren der Philiosophischen Fakultat der Universitat zu Koln, des "Lehr- und Forschungszentrums fur die antiken Kulturen des Mittelmeerraums (Zakmira)" und des "Zentrums fur Mittelalterstudien". Verschiedene Autoren aus den Fachern Archaologie, Geschichte, Judaistik, Kunstgeschichte, Mittellatein und Philosophie stellen in den Beitragen die vielfaltigen Phanomene der Weiterverwendung und Neuinterpretation antiker Werke im Mittelalter in unterschiedlichen Bereichen aus interdisziplinarer Perspektive vor und vergleichen sie miteinander.
Dietrich Boschung Boeken



In der frühen Neuzeit wurden Kunstwerke, archäologische Funde und antike Literatur ganz anders und offener interpretiert als im späteren, restriktiven Wissenschaftsmodus, der auf präziser Hermeneutik und Kritik basiert. Die Beiträge dieses Sammelbandes beleuchten die Übergangsphase vom 17. zum 18. Jahrhundert im Umgang mit antikem Wissen, das damals in einer ganzheitlichen epistemischen Ordnung transferiert und genutzt wurde. Anhand spezifischer Fallstudien wird untersucht, welche Aspekte antiker Vorlagen in der Neuzeit wahrgenommen und wie sie intellektuell hervorgehoben oder hierarchisiert wurden. Zudem werden die referentiellen Grundlagen für die sich daraus ergebenden Formen der Lesbarkeit erörtert. Die Gelehrsamkeit dieser Zeit schuf ein relevantes Sammlungs- und Wissenspotential über die Antike, ihre Kunst, Literatur und Kulturen, das auf weitgehend vergessenen, oft fehlerhaft interpretierten Lesarten basiert. Diese historisch gewordenen Sichtweisen und Interessen, sowie die Ausblendung bestimmter Elemente, sind entscheidende Indikatoren für die Vorkenntnisse und Denksysteme, die letztlich auch die neuzeitliche Rezeption beeinflussten.