Robert Schad Boeken






Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Die Kirche hat als Auftraggeber für Künstler an Bedeutung verloren. Was geschieht, wenn sich ein zeitgenössischer Künstler wie der 1953 geborene Robert Schad auf ein Projekt eines Kreuzes einlässt, kann man in „Ein Kreuz für Fátima“ nun nachvollziehen. Entstanden ist das monumentale, um die 30 Meter hohe Kreuz aus Cortenstahl, im Rahmen von Alexandros N. Tombazis Neubau der Dreifaltigkeitskirche für den portugiesischen Wallfahrtsort Fátima. Der Entwurf des Architekten schloss auf grundlegende Weise die Zusammenarbeit mit Künstlern ein. Für Robert Schad, der für seine Stahlskulpturen bekannt geworden ist, wurde es eine Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Wurzeln und eine Beschäftigung mit den kunsthistorischen Vorläufern von Christusdarstellungen. Er wollte, so sagt der Bildhauer, „die Assoziationsbreite so offen wie möglich halten“. Das Kreuz, das am 13. Oktober 2007 errichtet wurde, ist seitdem den Menschen, den Pilgern, der Region übergeben worden. Der Band dokumentiert die Phasen der Entstehung des Kreuzes und bietet einen Einblick in die Metallwerkstatt, wo das Kruzifix Gestalt annahm. Darüber hinaus kommen der Architekt Alexandros N. Tombazis sowie der Künstler in einem aufschlussreichen Interview zu Wort. Weitere Essays verorten das Werk im Oeuvre Schads und beleuchten die theologische Bedeutung des Neubaus der Dreifaltigkeitskirche in Fátima.
Robert Schad in Schorndorf
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Robert Schad, Ein Kreuz für Fátima
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Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Die Kirche hat als Auftraggeber für Künstler an Bedeutung verloren. Was geschieht, wenn sich ein zeitgenössischer Künstler wie der 1953 geborene Robert Schad auf ein Projekt eines Kreuzes einlässt, kann man in „Ein Kreuz für Fátima“ nun nachvollziehen. Entstanden ist das monumentale, um die 30 Meter hohe Kreuz aus Cortenstahl, im Rahmen von Alexandros N. Tombazis Neubau der Dreifaltigkeitskirche für den portugiesischen Wallfahrtsort Fátima. Der Entwurf des Architekten schloss auf grundlegende Weise die Zusammenarbeit mit Künstlern mit ein. Für Robert Schad, der für seine Stahlskulpturen bekannt geworden ist, wurde es eine Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Wurzeln und eine Beschäftigung mit den kunsthistorischen Vorläufern von Christusdarstellungen. Er wollte, so sagt der Bildhauer, „die Assoziationsbreite so offen wie möglich halten“. Das Kreuz, das am 13. Oktober 2007 errichtet wurde, ist seitdem den Menschen, den Pilgern, der Region übergeben worden. Der Band dokumentiert die Phasen der Entstehung des Kreuzes und bietet einen Einblick in die Metallwerkstatt, wo das Kruzifix Gestalt annahm. Darüber hinaus kommen der Architekt Alexandros N. Tombazis zu Wort, der Künstler in einem aufschlussreichen Gespräch mit August Heuser. Weitere Essays verorten das Werk im Oeuvre Schads und beleuchten die theologische Bedeutung des Neubaus der Dreifaltigkeitskirche in Fátima.
Der Bildhauer Robert Schad kehrt mit einem großen Ausstellungsprojekt seiner Skulpturen in das Land zurück, in dem seine künstlerische Karriere Anfang der 1980er Jahre begonnen hat. Im Jahre 2007 hat er für die neue Kirchenanlage ‘Santissima Trindade’ des Santuário de Fátima die 34 Meter hohe Cruz ALTA gestaltet. Im Kontext mit diesem für Robert Schad zentralem Werk, zeigt er 2017/2018 an 20 verschiedenen Orten Portugals über 50 Skulpturen in einer Ausstellung, die sowohl hinsichtlich der Anzahl der gezeigten Skulpturen, als auch seiner räumlichen Ausdehnung vom Norden bis zum Süden Portugals einzigartig ist. Seine von der Linie bestimmten Skulpturen ziehen sich wie ein ‚roter Faden‘ durch das Land und ermöglichen neue Sichtweisen und Perspektiven auf deren jeweilige Standorte.
„Launische Linien“ nennt sie der Künstler, die Zeichnungen in seinem neuen Buch „Robert Schad – Auf Papier“. 100 Zeichnungen aus Wachsmalkreide, bei denen es Robert Schad um das möglichst spontane, möglichst direkte Umsetzen einer Idee ging. Es sind Momentaufnahmen, keine Bildhauerstudien. Jedes Blatt ist das Resultat eines Augenblicks, da spielen sowohl der Zufall als auch die Gestimmtheit des Künstlers eine Rolle. Und zugleich bedeutet die Konzentration auf den Moment auch, durch das Fokussiert-Sein die höchste Verdichtung, die äußerste Reduktion zu erreichen – mit Präzision und Disziplin (und doch möglichst geringem Aufwand) der Kalligrafie ähnlich. Von einem Blatt zum nächsten darf das Auge des Betrachters wandern und dieser Dramaturgie des komponierten Zufalls folgen. Denn in Anlehnung an die Musik und den Tanz sind diese Notate auch ein Konvolut aus Rhythmus und Bewegung. Und liefern damit wiederum Impulse für Robert Schad, den Bildhauer, der so in gewisser Weise doch Skulpturen zeichnet und dem es letztlich immer um die Arbeit an der Linie geht.
Nicht, dass Robert Schad keine Erfahrung mit Großprojekten hätte. Gut 50 Skulpturen des Bildhauers finden sich im öffentlichen Raum. Doch das Kunst am Bau-Projekt in Villingen-Schwenningen „Der Linie lang“ ist eine Kategorie ganz eigener Art. Mit gutem Recht hat der Leiter der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen Wendelin Renn es in seinem Textbeitrag als „ein Abenteuer um 20 Tonnen Stahl“ bezeichnet. Nicht weniger wiegt das zweiteilige Werk, das den Vorplatz des Schwarzwald-Baar-Klinikums mit dem eigentlichen Gebäude verbindet und das eigens von Mitarbeitern einer Schiffswerft errichtet wurde. Die Publikation dokumentiert mit zahlreichen Fotografien diesen spannenden Aufbau. Die Monografie ist ganz dieser Skulptur gewidmet, die einerseits in das Oeuvre des 1953 in Ravensburg geborenen Künstlers eingeordnet und die andererseits in ihrem Verhältnis zum Bau des Düsseldorfer Büros TMK Architekten Ingenieure beleuchtet wird. Der Titel der Arbeit „Der Linie lang“ benennt einen wichtigen Aspekt im Werk Robert Schads. Der Künstler bearbeitet oxidierten Cortenstahl derart, dass er seine physische Masse zu verlieren scheint und Linie werden kann. Eine Linie, die tanzt oder die sich – wie bei dieser Skulptur – zu einer Endlosschlaufe fügt. Ihre Entsprechung findet sie in einer zweiten, horizontalen Linie, die auf der Dachkante des Klinikums aufliegt. So sehen Abenteuer in 20 Tonnen Stahl aus.