With designs for book jackets, magazines, and political pamphlets, John Heartfield (1891–1968) established himself as Berlin’s most innovative graphic designer of the Weimar period. While he was initially associated with the Dada movement, his affiliations with the communist party and the rise of Nazism eventually led him to change his approach, shifting his artistic output to spreading messages and fighting political opponents. Dissecting and reassembling press images with great verve and humor, Heartfield created photomontages that aimed to reveal the bitter truths of contemporary politics to a mass audience. Oscillating between innovative graphic design, agitation, and political propaganda, Heartfield was trully cutting-edge.This lavishly illustrated volume draws on the rich collection of Heartfield’s work found in of the Akademie der Künste’s archives, given to the museum by Heartfield himself. In this book we see the full scope of Heartfield’s artistic output, and we get insight into some lesser-known aspects of his oeuvre, such as his theater designs. In addition, a plethora of archival material illuminates Heartfield’s ideas, biography, and creative network, while statements on his work by contemporary artists and thinkers raise crucial questions about the function of political art and “fake news.” The resulting volume reveals the artist firmly embedded in his own time even as his work has particular resonance in our own.
Angela Lammert Boeken





Dieter Appelt
Gerhard-Altenbourg-Preis 2025
Trained as a musician and opera singer, Appelt uses black-and-white photography to create lyrical, theatrical compositions of the self versus nature Since the 1960s, Berlin-born artist Dieter Appelt (born 1935) has traced the losses of modern society through his camera lens. He discovered photography as a means of reconnecting with nature, mythology and mortality. Appelt incorporates his own body into the images with a poetic approach.
Die Frage des Titels ist rhetorisch: Montage und Fake News stehen nicht im Widerspruch. Dies wird besonders angesichts von John Heartfields politischen Fotomontagen und der gegenwärtigen Bedrohung durch rechtes Denken deutlich. Hat die Neuinterpretation klassischer Montage-Techniken in Kunst, Film, Musik und Theater im Kontext von Social Media mit verlorenen Utopien zu tun? Fotomontage, verstanden als das Zerschneiden und Zusammenfügen von in den Massenmedien veröffentlichten Fotografien, war bereits in ihrer Pionierzeit eine Inszenierungspraxis, die neue Aufnahmen, Retuschen und Übermalungen einbezog. Ist die Fotomontage als historische Technik im digitalen Zeitalter obsolet? Oder setzt sich das Prinzip der Dekonstruktion und Konstruktion mit neuen technischen Mitteln fort? Wie haben sich die Wirkungs- und Zirkulationsmechanismen von Bildern verändert? Welche neuen künstlerischen Formen können in unserer affektgeladenen Gesellschaft aufklärerisch wirken? Sind Memes das virale Montagemedium von heute? Welche Rolle spielen Bilder des Terrors, etwa in Propagandavideos des Islamischen Staats, in der Gegenwart? Was gilt es dabei zu erinnern und zu hinterfragen?
Die Notation verhalte sich zur Improvisation wie das Porträt zum lebendigen Modell, schrieb Ferruccio Busoni 1916 in seinem Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst. Der Vortragende habe die Starrheit der Zeichen aufzulösen und in Bewegung zu bringen. Diese Bewegung wirft Fragen zur Bestimmtheit und Unbestimmtheit des Kunstwerks auf. Im 20. Jahrhundert wurde das Verhältnis von Entwurf, Aufzeichnung, Wiederholung, Reproduktion und Werk radikal neu gefasst. 'Notation. Kalkül und Form in den Künsten' thematisiert diese Entwicklungen und stellt für alle Künste die Fragen nach dem offenen Kunstwerk und der Zeitlichkeit künstlerischer Übersetzung, sei es in Musik, Malerei, Architektur, Tanz, Literatur oder experimentellem Film. Technische Medien, beginnend mit der Fotografie, haben diese Fragen in die Zeit gesetzt. Der Katalog zur Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste und dem ZKM Karlsruhe untersucht die künstlerischen Prozesse zwischen Konzept und Werk. Er bringt Arbeiten aus allen Kunstbereichen von 1900 bis heute in Beziehung: Partituren und Notationssysteme zu Literatur, Musik, Malerei, Choreografie, Architektur, Fotografie, Film und Medienkunst. Ausgewählte Künstler der Ausstellung umfassen Antonin Artaud, Walter Benjamin, John Cage, Paul Klee, Bridget Riley und viele andere.