Thomas Müntzer
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Ein biographischer Roman 7. Auflage 1989. 467 S. 20,5cm; Hardcover/Pappeinband mit Schutzumschlag mit Schutzumschlag beschaedigt sonst guter Zustand






Ein biographischer Roman 7. Auflage 1989. 467 S. 20,5cm; Hardcover/Pappeinband mit Schutzumschlag mit Schutzumschlag beschaedigt sonst guter Zustand
Die Neuausgabe des Grundkurses Geschichte orientiert sich am wissenschaftlichen Prozeß, der zu historischer Erkenntnis führt: am Umgang mit den Quellen, an Untersuchungsmethoden und Formen der Darstellung. Erörtert wird, wie sich die Geschichtsschreibung zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit Altertum, Mittelalter und Neuzeit entwickelt hat.
Was ist eigentlich Vergangenheit, wer und was macht Geschichte aus? Die Geschichtswissenschaft ist sich ihres Gegenstandes unsicher geworden. Wie produktiv und kreativ sie seit einigen Jahren mit dieser Verunsicherung umgeht, das zeigt Hans-Jürgen Goertz in einem kurzen Rundblick über diese wichtige geschichtstheoretische Diskussion.
Satan von Allstedt? nannte Martin Luther gelegentlich diesen Mann, der einen vermeintlich dunklen Schatten auf die Zeit der Reformation wirft. Nach seiner Hinrichtung und der Niederschlagung des Bauernkrieges sollte Thomas Müntzer gänzlich aus dem Gedächtnis der Menschen verdrängt werden. Sein Wirken wurde als das eines ?falschen Propheten? diffamiert. Martin Luther hatte entsprechend vorgelegt. 0Nach Müntzers Tod entstanden zahlreiche polemische PublikaƯionen, die mit Halb- oder sogar Unwahrheiten gespickt waren. Ob lutherisch oder katholisch, jede Seite versuchte einen Nutzen aus diesem Mann zu ziehen, stets zum Nachteil Müntzers, der sich als ?Knecht Gottes? sah. 0Wer war dieser Thomas Müntzer? Woher kam er? Was waren seine innersten Antriebskräfte, die ihn zum umstrittenen Reformator und heißblütigen Kämpfer für die Sache des ?gemeinen Mannes? werden ließen?
Das Rechtfertigungsverständnis Thomas Müntzers und der Täufer
Gott ist gerecht, und die Christen sind frei. Thomas Müntzer wollte diese Grundeinsichten der Reformation auch politisch durchsetzen. Dafür schloss er sich dem Aufstand der Bauern an, wurde gefoltert und hingerichtet. Hans- Jürgen Goertz erzählt das Leben dieses Revolutionärs, der das Reich Gottes ganz nahe wähnte. Seine meisterhafte Biographie erinnert an eine unterdrückte Strömung der Reformation, die bis heute exisitert. Mit seiner mystischen Theologie und der Devise „Alles gehört allen“ hat Thomas Müntzer über Jahrhunderte polarisiert. Der anfängliche Verehrer Martin Luthers wurde von diesem verachtet und angefeindet, in der Kirche wurde er totgeschwiegen. Die Anerkennung kam spät von anderer Seite: Friedrich Engels entdeckte den frühen Revolutionär, Heinrich Heine bewunderte den „heldenmütigsten und unglücklichsten Sohn des deutschen Vaterlandes“, Ernst Bloch verehrte den „Theologen der Revolution“, und die DDR versah ihre Fünf-Mark-Scheine mit Müntzers Konterfei. Jenseits der Kämpfe um Thomas Müntzer verortet Hans-Jürgen Goertz seine Theologie und sein Wirken in seiner Zeit und macht gerade dadurch deutlich, warum Müntzer bis heute die Gemüter erregt.