Autonome Neuropathie bei Diabetes mellitus
- 361bladzijden
- 13 uur lezen
Erkrankungen des autonomen Nervensystems sind aus der Sicht der Neurowissenschaften erst kürzlich ins klinische Blickfeld gerückt. Trotz einer langen Forschungstradition mit Namen wie Cannon, Hess und MacLean bleiben die Kenntnisse über Struktur und Funktion hinter den jüngsten Erkenntnissen über sensomotorische Systeme zurück. Die autonome Diabetesneuropathie ist nur ein Aspekt einer Vielzahl bislang wenig beachteter metabolischer, toxischer und entzündlicher Störungen im vegetativen Nervensystem und geht mit vielfältigen klinischen Symptomen einher. In der Diabetologie wurde die autonome Neuropathie bisher nicht ausreichend berücksichtigt, was teils auf die Unterschätzung ihrer klinischen Bedeutung als Komplikation des Diabetes mellitus und teils auf methodische Schwierigkeiten bei der frühzeitigen Erfassung neuropathischer Veränderungen zurückzuführen ist. Die Untersuchungsmethoden zum Nachweis vegetativer Störungen stammen teilweise aus der Neurologie und inneren Medizin, größtenteils jedoch aus anderen Fachbereichen wie der psychophysiologischen Forschung. Dies stellt ein Grenzgebiet dar, das die Integration internistischer, neurologischer und endokrin-metabolischer Aspekte erfordert. Zudem zeigt der Diabetes mellitus mit seinen Organkomplikationen, wie hier am Beispiel der autonomen Neuropathie, auch psychophysische Wechselwirkungen und zugehörige psychologische Probleme, die hier erstmals näher betrachtet werden.


