Schule digital - der Länderindikator 2016
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IGLU füllt eine Wissenslücke in der systematischen Beobachtung von Bildungsergebnissen über die gesamte Schulzeit hinweg. Zum ersten Mal werden an einer großen, für Deutschland repräsentativen Stichprobe Leistungen von Grundschülerinnen und Grundschülern am Ende der vierten Jahrgangsstufe in mehreren Fächern international vergleichend untersucht. Die IGLU-Konzeption für die Grundschule beruht auf einer Vorstellung von Grundbildung („Literacy“) und betont die kulturelle Bedeutung von Bildungsinhalten. Die Testaufgaben sprechen Grundkompetenzen im Leseverständnis, in Mathematik und in den Naturwissenschaften an, die in der Lebenswelt von Grundschulkindern bedeutsam sind und zugleich als wichtige Basis für das anschließende Lernen in der Sekundarstufe I dienen. Die IGLU-Ergebnisse ermöglichen einen ersten differenzierten Blick auf Stärken und Schwächen des deutschen Bildungssystems im Primarbereich.
vertiefende Analysen zu Rahmenbedingungen schulischen Lernens
Seit dem Jahr 2001 beteiligt sich Deutschland an der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU), mit der die Lesekompetenzen von Schülerinnen und Schülern am Ende der vierten Klasse getestet sowie wichtige Informationen zu den Rahmenbedingungen schulischen Lernens in Deutschland und im internationalen Vergleich erhoben werden. Die versammelten Beiträge in diesem dritten Band zu IGLU 2006 greifen bisher nicht berücksichtigte empirische Befunde zu schulischen und außerschulischen Bedingungen des Lesenlernens auf und stellen dazu vertiefende Analysen vor. Welche Schullaufbahnpräferenzen haben Eltern und Lehrkräfte in Deutschland? Worin unterscheiden sich Kinder mit Legasthenie von anderen leseschwachen Kindern? Kann man große Klassen erfolgreich unterrichten? Wie steht es um die Akzeptanz der neuen Schuleingangsstufe in Deutschland und wie ist es um das Bildungsangebot und die Schülerkompetenzen in Ganztagsgrundschulen bestellt? Dies sind nur einige der Fragen, die in diesem dritten Band zu IGLU 2006 gestellt und anhand empirischer Daten erörtert werden.
Nachdem in den ersten beiden IGLU-Bänden die Leseleistung deutscher Schülerinnen und Schüler im internationalen und nationalen Vergleich analysiert wurde, werden hier zum einen Ergebnisse weiterer Analysen vorgelegt und zum anderen die Rahmenbedingungen schulischer Leistungen beschrieben und Zusatzstudien vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem der Leseverständnisprozess, die Lesekompetenzen in sehr leistungsschwachen Ländern, orthographische Kompetenzen sowie die Beziehungen zwischen der Leseleistung und dem Textschreiben. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die Faktoren Schulorganisation und Lernkultur und deren Zusammenhang mit den Lernleistungen. Weiterhin wird das Blickverhalten gut und schwach lesender Kinder gegenübergestellt, um so Hinweise auf Förderungsmöglichkeiten für Lese-Rechtschreib-Schwäche zu erhalten. Die IGLU-E-Zusatzstudie Lesen am Computer untersucht die Verständnisleistungen und den Einsatz von Lernstrategien beim Lesen von Hypertexten, um Aufschlüsse darüber zu gewinnen, wie sich das Leseverständnis von Viertklässlern beim Lesen am Computer und das Lesen von Printtexten zueinander verhalten.