Mit Verzeichnis der Vorstands- und Ehrenmitglieder des Museumsvereins 1879-1929, der Ausschussmitglieder und Konservatoren der Museumssammlungen 1879-1929 und der Veranstaltungen 1879-2004
Thorsten Heese Boeken






Glokalgeschichte
Ein Ausstellungsprinzip
In deutschen Museen hat die klassische stadtgeschichtliche Dauerausstellung ausgedient! Stattdessen schlägt dieser Band ein neues Modell vor, das den Erfordernissen aktueller Einwanderungsgesellschaften Rechnung trägt, indem es glokal verankerte – das heißt am konkreten Ort aufzeigbare, aber über diesen hinausweisende – Interpretationsangebote macht. Es geht um die Dekolonisierung der geschichtlichen Masternarrative.
Durch die Wanderungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Gesellschaft in Deutschland deutlich verändert. In politischen Debatten wurde über viele Jahre kontrovers diskutiert, was längst Fakt war: Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft. Dieses Buch zeigt aus historischer Perspektive die Normalität von Wanderungsprozessen. Abstrakte Begriffe des aktuellen Diskurses wie »Steuerung von Migration«, »Integration«, »Flüchtlingsstrom« oder »Willkommenskultur« konfrontiert das Buch »Faces of Migration« mit individuellen Biografien. In diesen Lebensgeschichten spiegeln sich die Prozesse, die Menschen immer wieder aus der gesamten Welt nach Osnabrück führten und führen. Jenen Menschen wird so mit dem Buch eine ganz persönliche Stimme gegeben. Das abstrakte Phänomen »Migration« erhält ein konkretes ›Gesicht‹.
In 29 Kapiteln spürt der historische Überblick für Stadt und Region den Mechanismen von Machtübernahme und Gleichschaltung in der Hitler-Diktatur nach. Beschrieben werden NS-Organisationsstrukturen und Propaganda, die Ideologisierung von Gesellschaft, Alltag und Kulturleben, die Verfolgung, Drangsalierung und Ermordung politischer wie ideologischer Gegner, Formen des Widerstandes, Remilitarisierung und Zwangsarbeit bis hin zum heutigen Umgang mit dem historischen Erbe. Lesenswert ist die Publikation insbesondere deshalb, weil sie anhand zahlreicher biografischer Beispiele Handlungsmustern und Handlungsspielräumen im NS-Alltag nachgeht. Neben bekannten Namen wie Erich Maria Remarque, Felix Nussbaum und Hans Calmeyer, denen eigene Kapitel gewidmet sind, stehen dabei gerade auch die > namenlosen< Personen im Vordergrund.
"Gegenstand meiner besonderen Vorliebe"
- 335bladzijden
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Die Publikation erläutert die Entstehung der Sammlung, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen, und stellt dabei die Persönlichkeit Gustav Stüves besonders heraus. Geschichte und Motivation dieses Kunstsammlers stehen exemplarisch für eine Epoche, in der sich das Sammeln insitutionalisierte und das Museum professionalisiert. Der mit qualitativ hchwertigen Farbaufnahmen ausgestattete Katalog beschreibt erstmals vollständig die aus 71 Werken bestehende „Sammlung Gustav Stüve“ des Kulturgeschichtlichen Museums. Sie umfasst neben Ölgemälden niederländischer und flämischer Meister auch Arbeiten italienischer, deutscher und französischer Maler. Darunter befinden sich Arbeiten so bekannter Künstler wie Gerard ter Borch, Roelant Jakobsz. Savery, Dirck de Quade van Ravestijn, Jan Dirksz. Both und Jan Breughel d.Ä. Darüber hinaus dokumentiert der Band weitere Gemälde aus anderen Zweigen der Osnabrücker Kunstsammlung der Familie Stüve, die im 18. und 19. Jahrhundert zu den international bekannten Osnabrücker Sehenswürdigkeiten gehörte.
Justus Möser
- 117bladzijden
- 5 uur lezen
Der Osnabrücker Politiker und Publizist Justus Möser gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten der deutschen Geistesgeschichte im Zeitalter der Aufklärung. Insbesondere die Patriotischen Phantasien und die Osnabrückische Geschichte sicherten seinen Ruhm. Über seine Arbeiten äußerten sich Geistesgrößen wie Lessing, Herder und Goehte lobend. Letzterem galt der „herrliche Justus Möser“ in Dichtung und Wahrheit als einer der „bewährtesten Männern des Vaterlands“. In Osnabrück wurden über viele Jahre Erinnerungsstücke aus dem Leben Mösers gesammelt. Ohne größeres Aufsehen entstand so die „Sammlung Justus Möser“, die im Kulturgeschichtlichen Museum bewahrt wird. Sie gibt uns die Möglichkeit, diesem einflussreichen Menschen des 18. Jahrhunderts noch heute näher zu kommen. Ob sein Tintenfass, sein Gehstock oder die erhaltenen Schätze seiner Bibliothek - die Gegenstände seines alltäglichen Lebens sind nicht Reliquien einer überhöhenden Heimatgeschichte, sonder Zeugnisse eines Lebens, das sich in den Dienst der Aufklärung gestellt hat. Die reich illustrierte Publikation bietet einen schnellen und zugleich kurzweiligen Einstieg zu Justus Möser. Ausgehend von der „Sammlung Justus Möser“ liefert Band 14 der Osnabrücker Kulturdenkmäler einen Einblick in Leben und Wirken des Aufklärers, Staatsmannes und Literaten Justus Möser sowie zur Rezeption und posthumen Würdigung seiner Persönlichkeit in Osnabrück.
Vergangenheit "begreifen"
Die gegenständliche Quelle im Geschichtsunterricht
Obgleich allgegenwärtig in Familie, Museum und Stadtbild, spielen historische Sachüberreste im Geschichtsunterricht bis heute nur eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht, denn der Umgang mit authentischen Zeugnissen der Vergangenheit birgt vielfältige Potenziale für das historische Lernen. Ihre haptischen und ästhetischen Qualitäten ermöglichen es, Geschichte im doppelten Sinn zu „begreifen“. Der vorliegende Band stellt die erste umfassende Monografie zum Thema dar. Auf Grundlage der lerntheoretischen Voraussetzungen wird eine Methodik zum Einsatz von gegenständlichen Quellen im Geschichtsunterricht entwickelt. Der vernachlässigten Quellengattung wird dabei in der Bildungsarbeit erstmals ein gleichberechtigter Rang neben der Text- und der Bildquelle einräumt. Zahlreiche Unterrichtsbeispiele veranschaulichen die Umsetzung in der Unterrichtspraxis. Der Band ergänzt das Verlagsangebot zur Interpretation von Text- und Bildquellen.
Textlich spannend, faszinierend und begeisternd zu lesen, so daß man Mühe hat, das Buch wieder aus der Hand zu legen, bevor man am Ende angelangt ist. Man muß dem Autor exzellente Recherche und Sachwissen bescheinigen. Erfreulich auch das bisher zum Teil unveröffentlichte Bildmaterial. Mit Abstand die vollkommenste Publikation auf dem Eisenbahnsektor in Ostwestfalen, die bisher erschienen ist. Sie könnte als Vorbild für ähnliche Projekte in anderen Regionen dienen und ist damit auch überregional eine wertvolle Bereicherung auf dem Eisenbahnsektor. Hartmut Herrgesell (LOK Rundschau 29, 1997)
