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Verführung und Anpassung

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Über Jahrhunderte suchten Menschen in religiösen Texten Antworten auf existenzielle Fragen wie den Sinn des Lebens, das moralisch Gute und die Hoffnung angesichts der Endlichkeit. Doch naturwissenschaftliche Erkenntnisse und kritisches Denken haben die Glaubwürdigkeit dieser Erzählungen in Frage gestellt, wodurch ihre Rolle als Sinn- und Heilsspender geschwächt wurde. Der Autor untersucht, wie sowohl der Kommunismus als auch der Nationalsozialismus als weltanschauliche Bewegungen an Bedeutung gewannen, obwohl sie nicht primär darauf abzielten, das Bedürfnis nach Sinn und Zuversicht zu stillen. Sie boten jedoch eine Plattform, die es Individuen ermöglichte, unbefriedigte Bedürfnisse zu adressieren. Diese Diktaturen, die sich auf säkulare Weltanschauungen stützten, konnten zwar nur Ersatzlösungen anbieten, gewannen jedoch Zustimmung, indem sie Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Probleme präsentierten. Die zentrale Hypothese des Autors besagt, dass sie dem Streben nach Richtung, Sinn und Gemeinschaft Rechnung trugen. Diese Fähigkeit, existenzielle Sehnsüchte in politische Zustimmung zu transformieren, ist charakteristisch für Weltanschauungsdiktaturen. Das Buch widmet sich dem Verständnis dieser „Logik“, während es vermeidet, idealtypische Kennzeichnungen unreflektiert auf die Realität anzuwenden und die soziale Praxis des diktatorischen Sozialismus nur durch seine Defizite zu betrachten.

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Verführung und Anpassung, Lothar Fritze

Taal
Jaar van publicatie
2004
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(Paperback)
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Titel
Verführung und Anpassung
Taal
Duits
Jaar van publicatie
2004
Formaat
Paperback
Aantal pagina's
229
ISBN10
3428112555
ISBN13
9783428112555
Reeks
Aantekening
Über Jahrhunderte suchten Menschen in religiösen Texten Antworten auf existenzielle Fragen wie den Sinn des Lebens, das moralisch Gute und die Hoffnung angesichts der Endlichkeit. Doch naturwissenschaftliche Erkenntnisse und kritisches Denken haben die Glaubwürdigkeit dieser Erzählungen in Frage gestellt, wodurch ihre Rolle als Sinn- und Heilsspender geschwächt wurde. Der Autor untersucht, wie sowohl der Kommunismus als auch der Nationalsozialismus als weltanschauliche Bewegungen an Bedeutung gewannen, obwohl sie nicht primär darauf abzielten, das Bedürfnis nach Sinn und Zuversicht zu stillen. Sie boten jedoch eine Plattform, die es Individuen ermöglichte, unbefriedigte Bedürfnisse zu adressieren. Diese Diktaturen, die sich auf säkulare Weltanschauungen stützten, konnten zwar nur Ersatzlösungen anbieten, gewannen jedoch Zustimmung, indem sie Lösungsansätze für drängende gesellschaftliche Probleme präsentierten. Die zentrale Hypothese des Autors besagt, dass sie dem Streben nach Richtung, Sinn und Gemeinschaft Rechnung trugen. Diese Fähigkeit, existenzielle Sehnsüchte in politische Zustimmung zu transformieren, ist charakteristisch für Weltanschauungsdiktaturen. Das Buch widmet sich dem Verständnis dieser „Logik“, während es vermeidet, idealtypische Kennzeichnungen unreflektiert auf die Realität anzuwenden und die soziale Praxis des diktatorischen Sozialismus nur durch seine Defizite zu betrachten.