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Bleib stehen, Wanderer, und lies!, riefen vor zweitausend Jahren die Grabsteine. Inschriften berichteten von den Vergnügungen der Verstorbenen, ihrem Beruf, Charakter und ihrer Familie. Die Persönlichkeit lebte in gebundener Rede weiter. Heute jedoch bleiben die Eiligen oft bei ein paar Ziffern und einem namenlosen, beziehungslosen Grabstein. Es gibt kein Zwiegespräch mehr zwischen Diesseits und Jenseits, keine Totengeister, die beruhigt werden müssen. Das, was geblieben ist, präsentiert sich in vergesslichen Formeln. In diesen Breiten haben die Toten lange nicht mehr gesprochen. Die Kulturgeschichte kennt Zeiten des Gedenkens und Zeiten der Sprachlosigkeit. In Kulturen, in denen der Tod zum Tabu geworden ist, wird nur indirekt über das Ende gesprochen. Wie der Witz nach Freud seine Beziehung zum Unbewussten hat, offenbart das Geschwätz um den Tod eine anthropologische Enttäuschung. Alles im Griff zu haben, nur das nicht, ist kränkend für das einzige Lebewesen, das sich mit seiner Sterblichkeit nicht abfinden kann. Durs Grünbein, bekannt durch seine Gedichtbände, zieht sich in den Halbdunkel ungewisser Autorschaft zurück. Von dort tritt er als Philologe, Herausgeber und Kompilator seiner Notizbücher hervor. Die 33 Epitaphe singen das Lob der Entfremdung und zeigen, wie lächerlich das Leben in seiner vergeblichen Wiederkehr erscheint. Wo gestorben wird, ohne den Toten Gehör zu schenken, hat schwarzer Humor seinen Augenblick.
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Den Teuren Toten, Durs Grünbein
- Taal
- Jaar van publicatie
- 1996
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- (Paperback)
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