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myrmica rubra lernt fliegen

Erzählung

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Sie war wie die anderen ostwärts gegangen, der Sonne entgegen, die an diesem Samstagmorgen im frühen Frühjahr noch nicht hoch am Himmel stand und ihn geblendet hatte. Wegen der Blendung hatte er die Augen zusammengekniffen und nichts deutlich erkennen können. Halb blind war sie den Stimmen gefolgt. Ihr erster Urlaubstag fühlte sich an wie ein lauer Südwind, der den Montagmorgen überraschend leicht machte, was vielleicht mit dem Summen der Insekten zu tun hatte. Karin flog mit den Käfern aus dem Nachttraum hinaus und mit den Schmetterlingen in den Tagtraum hinein, bruchlos und ohne Kante. An diesem sommerlichen Vorfrühlingstag trugen sie und die meisten anderen Menschen in der Stadt aus Gewohnheit noch Reste der warmen Kleider, die an ihnen hingen wie Fetzen von Winterpelz. Niemand hatte mit so etwas Lauem gerechnet, und die Überraschung stand allen ins Gesicht geschrieben. Das Hautgefühl Karins knüpfte nahtlos an den Spätsommer an, als hätte der sich über Nacht zum Frühsommer verjüngt. Vielleicht hatte alles, was an diesem Tag geschehen sollte, mit dem Zeitsprung zu tun. Gestern Winter, heute Fastschonsommer. Der Tag war wie ein Schalttag, eine Übergangsphase von einer Zeitrechnung in eine andere, ein Zwischenschritt, mit dem eine andere Welt übersprungen wurde, voller Geheimnisse. Etwas Besonderes. Eine Ausnahme.

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myrmica rubra lernt fliegen, Andreas Renoldner

Taal
Jaar van publicatie
2022
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(Hardcover)
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Titel
myrmica rubra lernt fliegen
Ondertitel
Erzählung
Taal
Duits
Jaar van publicatie
2022
Formaat
Hardcover
Aantal pagina's
360
ISBN13
9783991261704
Reeks
Aantekening
Sie war wie die anderen ostwärts gegangen, der Sonne entgegen, die an diesem Samstagmorgen im frühen Frühjahr noch nicht hoch am Himmel stand und ihn geblendet hatte. Wegen der Blendung hatte er die Augen zusammengekniffen und nichts deutlich erkennen können. Halb blind war sie den Stimmen gefolgt. Ihr erster Urlaubstag fühlte sich an wie ein lauer Südwind, der den Montagmorgen überraschend leicht machte, was vielleicht mit dem Summen der Insekten zu tun hatte. Karin flog mit den Käfern aus dem Nachttraum hinaus und mit den Schmetterlingen in den Tagtraum hinein, bruchlos und ohne Kante. An diesem sommerlichen Vorfrühlingstag trugen sie und die meisten anderen Menschen in der Stadt aus Gewohnheit noch Reste der warmen Kleider, die an ihnen hingen wie Fetzen von Winterpelz. Niemand hatte mit so etwas Lauem gerechnet, und die Überraschung stand allen ins Gesicht geschrieben. Das Hautgefühl Karins knüpfte nahtlos an den Spätsommer an, als hätte der sich über Nacht zum Frühsommer verjüngt. Vielleicht hatte alles, was an diesem Tag geschehen sollte, mit dem Zeitsprung zu tun. Gestern Winter, heute Fastschonsommer. Der Tag war wie ein Schalttag, eine Übergangsphase von einer Zeitrechnung in eine andere, ein Zwischenschritt, mit dem eine andere Welt übersprungen wurde, voller Geheimnisse. Etwas Besonderes. Eine Ausnahme.