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Als Kind wurde sie mit den Erinnerungen der Anderen vollgestopft, mit gehaltvollen, zart schmelzenden Erinnerungen, heimtückisch wie verstecktes Fett in Kartoffelchips. Nach dem Tod des Großvaters lässt die Erzählerin ihre polnisch-deutsche Familiengeschichte aus dem Ruhrgebiet Revue passieren. Sie erzählt von Zofia, der Ururgroßmutter, die voller Hoffnung kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit ihrem Mann aus Polen ins Ruhrgebiet kommt. Auch die Geschichten von Minna und Wanda, den starken Frauen der Familie, werden beleuchtet, die in dramatischen Zeiten versuchen, das Schicksal der Familie zu lenken. Karl, ein überzeugter Nazi, betreibt die ‚Eindeutschung’ der Familie, während der fettleibige Norbert in den fünfziger Jahren als Beleuchter mit einer Wandertheatergruppe umherzieht und sich in die einbeinige Souffleuse Marga verliebt. Diese Lebensgeschichten sind geschickt verwoben und verbunden durch unausgesprochene Schuldgefühle und verlorene Identität, von der sich die Erzählerin befreien möchte. Der Tod der Großeltern, die mit ihren Anekdoten die Erinnerung an längst verstorbene Verwandte wach gehalten haben, gibt ihr die Gelegenheit, Ordnung in ihre Erinnerungen zu bringen. Ulrike Melzer gelingt es, diese Familiensaga in kunstvoll-schlichter Sprache zu einer hypnotisch fesselnden Lektüre zu verdichten.
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Zeitenbeugung, Ulrike Melzer
- Taal
- Jaar van publicatie
- 2007
- Bindwijze
- (Hardcover)
Betaalmethoden
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- Titel
- Zeitenbeugung
- Ondertitel
- Am Anfang bleibt Zofia
- Taal
- Duits
- Auteurs
- Ulrike Melzer
- Uitgever
- Asso-Verl.
- Jaar van publicatie
- 2007
- Formaat
- Hardcover
- Aantal pagina's
- 200
- ISBN10
- 3938834196
- ISBN13
- 9783938834190
- Reeks
- Tags
- Fictie, Duitse literatuur, Tweede Wereldoorlog, Verhalen, Eerste Wereldoorlog (1914–1918), Genealogie, stamboom, Polen (staat), Nazi's, Ruhrgebied
- Aantekening
- Als Kind wurde sie mit den Erinnerungen der Anderen vollgestopft, mit gehaltvollen, zart schmelzenden Erinnerungen, heimtückisch wie verstecktes Fett in Kartoffelchips. Nach dem Tod des Großvaters lässt die Erzählerin ihre polnisch-deutsche Familiengeschichte aus dem Ruhrgebiet Revue passieren. Sie erzählt von Zofia, der Ururgroßmutter, die voller Hoffnung kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit ihrem Mann aus Polen ins Ruhrgebiet kommt. Auch die Geschichten von Minna und Wanda, den starken Frauen der Familie, werden beleuchtet, die in dramatischen Zeiten versuchen, das Schicksal der Familie zu lenken. Karl, ein überzeugter Nazi, betreibt die ‚Eindeutschung’ der Familie, während der fettleibige Norbert in den fünfziger Jahren als Beleuchter mit einer Wandertheatergruppe umherzieht und sich in die einbeinige Souffleuse Marga verliebt. Diese Lebensgeschichten sind geschickt verwoben und verbunden durch unausgesprochene Schuldgefühle und verlorene Identität, von der sich die Erzählerin befreien möchte. Der Tod der Großeltern, die mit ihren Anekdoten die Erinnerung an längst verstorbene Verwandte wach gehalten haben, gibt ihr die Gelegenheit, Ordnung in ihre Erinnerungen zu bringen. Ulrike Melzer gelingt es, diese Familiensaga in kunstvoll-schlichter Sprache zu einer hypnotisch fesselnden Lektüre zu verdichten.