Über die Verwertung der Wirklichkeit: Fotografie, Reproduktion, (Bild-)Medien
Im Jahr 1911 wird die Mona Lisa gestohlen, was unsere Wahrnehmung von Realität herausfordert. Christian Welzbacher untersucht den Einfluss von Reproduktionen und digitalen Medien auf Kunst und unsere Beziehung zur Wirklichkeit. Er verbindet historische und moderne Perspektiven und kritisiert die Rolle des Smartphones in der Bildwahrnehmung.
Eine politische Architekturgeschichte Deutschlands 1920-1960
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In diesem Buch wird erstmals der Staat als Bauherr im 20. Jahrhundert untersucht, wobei die Vorgeschichte und Nachwirkung der nationalsozialistischen Repräsentationsbauten in einen größeren politischen Kontext eingeordnet werden. Es wird die Relevanz der Baukunst in verschiedenen politischen Systemen für das Selbstverständnis der Gesellschaft hinterfragt. Darüber hinaus wird die Verbindung zwischen Architektur und den unterschiedlichen Facetten der Kultur sowie die politische Aussagekraft von Staatsarchitektur thematisiert. Christian Welzbacher analysiert die Baukultur und Baupolitik Deutschlands zwischen 1920 und 1960, einschließlich der intensiven Architekturdebatten der Weimarer Republik und der städtebaulichen Strategien des Dritten Reichs zur Staatsinszenierung. Der Blick richtet sich auch auf den Umgang der beiden Nachfolgestaaten mit dem nationalsozialistischen Erbe und die sich entwickelnden Denkmalstrategien, die bis in die Zeit der Berliner Republik nachwirken. Es wird aufgezeigt, dass die Politisierung von Kunst und Kultur bereits lange vor 1933 begann und dass es nach 1945 keine „Stunde Null“ der Architektur gab. Vielmehr hatten die vom Nationalsozialismus besetzten kulturpolitischen Felder nachhaltigen Einfluss auf die Staatsarchitektur der Nachkriegszeit.
Die Entdeckung der Neuen Welten, als deren schillerndste die 'Terra Brasilis' gehandelt wird, ist ohne ihre Mythen wie die unberührte Natur, exotische Tiere, das Gold, der Edle Wilde und die großen Entdecker nicht zu denken. Dieser prachtvolle Bildband konzentriert sich aufdie Natur- und Kulturgeschichte und spannt den Bogen von Kolumbus’ erster Sichtung Südamerikas im Jahr 1498 bis zu den wichtigsten aktuellen Sammlungen mit brasilianischem Natur- und Kulturgut in europäischen Museen. Zahlreiche historische Briefe, Tagebucheinträge und Reiseberichte – beispielsweise von Pedro Álvares Cabral, der als Entdecker Brasiliens gilt – werden ergänzt durch kulturwissenschaftliche Texte zur Flora und Fauna, darunter ein spannender Beitrag zu den Anfängen der tropischen Medizin in Brasilien um 1700, mit der sich die Hoffnung verband, durch die Erforschung neuer Erdteile auch alte Krankheiten bekämpfen zu können. Ein reichhaltiges Bildmaterial – naturkundliche Zeichnungen, Abbildungen von Artefakten und historische Fotografien – rundet den Band ab.
Edwin Redslob (1884-1973) war der einflussreichste Kulturpolitiker der Moderne, der über sieben Jahrzehnte die bürgerliche Kulturreform in die Gesellschaft trug. Sein Leben gewährt einen einzigartigen Einblick in die Kontinuitäten der deutschen Kulturpolitik über fünf Staatswesen hinweg. Geprägt von Harry Graf Kessler und Henry van de Velde, wird der Kunsthistoriker zum jüngsten Museumsdirektor des Deutschen Reiches und pflegt Freundschaften mit Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Als erster „Reichskunstwart“ entwickelt er ab 1920 eine republikanisch-demokratische „Corporate identity“ an der Schnittstelle zwischen Künstlern, Intellektuellen, Staat und Volk. Er gestaltet Briefmarken, Geldscheine und Medaillen, zieht bedeutende Avantgardekünstler heran und koordiniert Wettbewerbe für Staatsbauten und das „Reichsehrenmal“ für Kriegstote. 1933 wird das Amt von der NSDAP aufgelöst, die Redslobs Konzepte aneignet. Nach 1945 nimmt er seine kulturpolitischen Aktivitäten wieder auf und beteiligt sich an der Gründung des „Tagesspiegel“ und der „Freien Universität Berlin“. Sein Leben reflektiert das bürgerliche Drama des 20. Jahrhunderts und zeigt, wie das humanistische Ethos von politischen Interessen korrumpiert wurde. Seine Mission scheiterte, da sie den Menschen eines Jahrhunderts galt, das Idealisten keinen Platz einräumte. Dieses Porträt ist auch ein Panoptikum der gesellschaftlichen, politischen und kult