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Pöbel, Poet, Publikum

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Im 'pöbel' oder 'pöfel' sahen Gelehrte der Frühen Neuzeit eine Bedrohung für die soziale Ordnung und die Konventionen der Gelehrtenrepublik. Der Pöbel, gekennzeichnet durch Mangel an Fleiß und Bildung, störte immer wieder die gesellschaftliche Stabilität. Diese Studie untersucht, wer als Pöbel bezeichnet wurde und aus welchen Gründen. Sie verbindet Sozial-, Protest- und Literaturgeschichte, um ein tiefgehendes Verständnis des Pöbels als Ausdruck arbeitender Armut zu entwickeln. Insbesondere in der Dichtkunst war der Pöbel ein zentrales Problem, da er die Prekarisierung des literarischen Lebens widerspiegelte. Die Rede vom Pöbel, als Sprechakt und figura, reflektiert den Sprecher selbst und zeigt, dass die Exklusion der Ehrlosen nicht die elitäre Autonomie der Urteilenden belegt, sondern den Wert ihrer eigenen Rede steigern soll. Der Pöbel als poetische Figur korrespondiert mit ähnlichen Figuren der Komödie und des Romans. Anhand von Texten von Opitz, Gryphius und Grimmelshausen wird deutlich, dass der Pöbel als Übersetzungsfigur zwischen symbolischem und ökonomischem Kapital fungiert. Besonders die Geldentwertung der Kipper- und Wipperzeit um 1620 verdeutlicht die Verbindung zwischen politischer und literarischer Exklusion. Mit der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft im 18. Jahrhundert entfaltet sich die Entwertung der arbeitenden Armut als 'Pöbel' vollends.

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Pöbel, Poet, Publikum, Roman Widder

Taal
Jaar van publicatie
2020
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(Hardcover)
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